Digitalbranche fordert mehr Unabhängigkeit von den USA

Deutschlands Digitalbranche blickt mit Sorge auf die USA: 79 Prozent der Tech-Unternehmen sehen das Vertrauen in die Vereinigten Staaten durch den Sieg Donald Trumps bei der Präsidentschaftswahl geschwächt oder gar zerstört. Für 21 Prozent ist es leicht und für 44 Prozent erheblich geschwächt, weitere 14 Prozent sind der Auffassung, dass das Vertrauen dadurch zerstört wird.
73 Prozent bereiten die Entwicklungen in den USA Sorgen – und 78 Prozent gehen davon aus, dass der Wahlsieg Donald Trumps der deutschen Wirtschaft schaden wird.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom, an der sich 329 Unternehmen der Digitalbranche beteiligt haben. Sie ist nicht repräsentativ, liefert aber belastbare Trendaussagen.
Demnach gehen 6 von 10 der befragten Tech-Unternehmen davon aus, dass sich die politischen Entwicklungen in den USA konkret auf ihr Unternehmen bzw. ihr Geschäft auswirken: 24 Prozent erwarten positive Auswirkungen, 36 Prozent dagegen negative Auswirkungen.
Lediglich 16 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass die USA unter Donald Trump für Deutschland ein verlässlicher Partner sein werden. 

Digitalbranche fordert mehr digitale Souveränität für Deutschland

Eine weit überwiegende Mehrheit von 92 Prozent fordert, Deutschland müsse sich nun unabhängiger von den USA machen. 96 Prozent meinen, dass man künftig mehr für die digitale Souveränität Deutschlands tun muss.

„Deutschland muss sich stärker, resilienter und chancenorientierter aufstellen. Dafür müssen wir technologisch und wirtschaftlich unabhängiger werden. Unsere digitale Souveränität ist ausschlaggebend dafür, ob wir auf internationaler Ebene künftig noch als starker Player wahrgenommen werden und handlungsfähig sind“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. 

86 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Digitalunternehmen fordern in diesem Zusammenhang mehr europäische Hyperscaler, also große, leistungsfähige Cloud-Anbieter.
Aktuell liegen Deutschland und Europa bei der Leistung von Rechenzentren deutlich hinter den USA und auch China zurück, wie eine weitere Bitkom-Studie zeigt.

„In den USA werden jedes Jahr zwei- bis dreimal so viele Rechenzentrumskapazitäten neu zugebaut, wie in Deutschland überhaupt installiert sind. Wenn wir technologisch Schritt halten und unsere digitale Souveränität stärken wollen, wird dies nicht ohne eine leistungsfähige und resiliente Infrastruktur gehen“, so Wintergerst.

80 Prozent der Digitalunternehmen sind der Ansicht, Deutschland und Europa liefen Gefahr, von den USA technologisch weiter abgehängt zu werden.

Hinweis zur Methodik
Grundlage der Angaben ist eine nicht-repräsentative Online-Befragung des Bitkom in KW 46 2024, an der 329 Unternehmen, vorwiegend aus der Digitalwirtschaft,

teilgenommen haben.

Quelle: Bitkom

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