
- Was bedeutet eigentlich Stakeholder?
- Welche Beteiligungsmodelle gibt es?
- Welche Vorteile haben Stakeholder für die Startups?
- Welche Vorteile hat das für die Mitarbeitenden?
- Und welche Herausforderungen gibt es?
- Gesetzliche Verbesserungen erleichtern Beteiligungen
- Fazit
- Umfrage des Bitkom zum Thema Stakeholder
Startups leben von innovativen Ideen, Mut und dem Einsatz engagierter Menschen. Gerade in der Anfangsphase entscheiden häufig nicht große Budgets über den Erfolg, sondern die Motivation und das Engagement des Teams.
Deshalb setzen immer mehr junge Unternehmen auf Modelle, mit denen Mitarbeitende stärker am Unternehmen beteiligt werden. Die sind dann nicht nur Angestellte, sondern Stakeholder, die unmittelbar am langfristigen Erfolg des Startups interessiert sind.
Was bedeutet eigentlich Stakeholder?
Als Stakeholder gelten alle Personen oder Gruppen, die ein Interesse am Erfolg eines Unternehmens haben oder von dessen Entwicklung betroffen sind. Dazu gehören auch die Mitarbeitenden.
Wer als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin zusätzlich am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt wird, identifiziert sich häufig stärker mit dem Unternehmen. Entscheidungen werden bewusster getroffen, Verantwortung wird eher übernommen und gemeinsame Ziele rücken stärker in den Mittelpunkt.
Gerade Startups stehen im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Oft können sie mit den Gehältern großer Unternehmen nicht mithalten. Eine Beteiligung am Unternehmen kann deshalb ein attraktiver zusätzlicher Anreiz sein.
Dabei geht es nicht nur um eine mögliche finanzielle Rendite. Viele Beschäftigte schätzen die Möglichkeit, aktiv am Aufbau eines Unternehmens mitzuwirken und später von dessen Erfolg zu profitieren. Für Startups wiederum kann eine Beteiligung helfen, Talente zu gewinnen und langfristig an das Unternehmen zu binden.
Welche Beteiligungsmodelle gibt es?
Die Möglichkeiten einer Mitarbeiterbeteiligung sind vielfältig. Je nach Unternehmensform, Entwicklungsphase und Zielsetzung kommen unterschiedliche Stakeholder-Modelle infrage.
- Echte Unternehmensbeteiligung
Hier erhalten Mitarbeitende tatsächliche Geschäftsanteile oder Aktien. Sie werden damit Miteigentümer des Unternehmens und profitieren unmittelbar von einer positiven Unternehmensentwicklung. Gleichzeitig sind sie – je nach Beteiligungsform – auch an unternehmerischen Risiken beteiligt. - Virtuelle Beteiligungen (VSOP)
Besonders bei Startups sind sogenannte Virtual Stock Option Plans (VSOP) verbreitet. Dabei erhalten Mitarbeitende keine echten Unternehmensanteile, sondern einen vertraglichen Anspruch auf eine finanzielle Beteiligung, beispielsweise wenn das Unternehmen verkauft wird oder an die Börse geht. Die Gesellschafterstruktur bleibt unverändert, während Mitarbeitende dennoch am Wertzuwachs partizipieren können. - Mitarbeiteroptionen (ESOP)
Bei Employee Stock Option Plans (ESOP) erhalten Beschäftigte das Recht, später Unternehmensanteile zu einem festgelegten Preis zu erwerben. Häufig sind diese Optionen an bestimmte Bedingungen geknüpft, etwa eine mehrjährige Betriebszugehörigkeit oder das Erreichen bestimmter Unternehmensziele.
Welche Vorteile haben Stakeholder für die Startups?
Eine Mitarbeiterbeteiligung kann für junge Unternehmen zahlreiche positive Effekte haben:
- Höhere Motivation und stärkere Identifikation mit dem Unternehmen
- Langfristige Bindung qualifizierter Fachkräfte
- Attraktiveres Arbeitgeberprofil im Wettbewerb um Talente
- Förderung von Eigenverantwortung und unternehmerischem Denken
- Gemeinsames Interesse am nachhaltigen Unternehmenserfolg
- Geringerer Druck, hohe Anfangsgehälter zahlen zu müssen
Gerade in der Wachstumsphase kann dies ein wichtiger Wettbewerbsvorteil sein.
Welche Vorteile hat das für die Mitarbeitenden?
Auch Beschäftigte profitieren von einer Beteiligung:
- Möglichkeit, am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens teilzuhaben
- Höhere Identifikation mit der eigenen Arbeit
- Größere Einbindung in die Unternehmensentwicklung
- Langfristige Vermögensbildung bei erfolgreicher Unternehmensentwicklung
- Spannende Perspektiven in einem wachsenden Unternehmen
- Wertschätzung über das klassische Gehalt hinaus
Insbesondere bei erfolgreichen Unternehmensverkäufen oder Börsengängen können Beteiligungen einen erheblichen finanziellen Wert erreichen.
Und welche Herausforderungen gibt es?
So attraktiv Beteiligungsmodelle auch sind – sie bringen auch Herausforderungen mit sich.
Echte Unternehmensanteile können die Gesellschafterstruktur verändern und mit Mitspracherechten verbunden sein. Zudem sind rechtliche und steuerliche Fragen sorgfältig zu prüfen. Virtuelle Beteiligungen vermeiden zwar viele dieser Punkte, erfordern aber ebenfalls eine klare vertragliche Gestaltung.
Auch für Mitarbeitende gilt: Eine Beteiligung ist keine Erfolgsgarantie. Entwickelt sich das Unternehmen nicht wie geplant, kann der wirtschaftliche Nutzen geringer ausfallen oder ganz entfallen.
Deshalb sollten beide Seiten die Bedingungen genau kennen und sich bei Bedarf rechtlich sowie steuerlich beraten lassen.
Gesetzliche Verbesserungen erleichtern Beteiligungen
In den vergangenen Jahren hat der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen für Mitarbeiterkapitalbeteiligungen verbessert. Insbesondere das Zukunftsfinanzierungsgesetz soll es jungen, innovativen Unternehmen erleichtern, qualifizierte Fachkräfte über Beteiligungsmodelle zu gewinnen. Unter anderem wurden steuerliche Regelungen angepasst, um die Mitarbeiterbeteiligung attraktiver zu gestalten und Liquiditätsprobleme bei der Besteuerung zu vermeiden.
Fazit
Mitarbeiterbeteiligungen entwickeln sich zunehmend zu einem wichtigen Instrument moderner Startup-Kultur. Sie schaffen eine engere Verbindung zwischen Unternehmen und Beschäftigten und fördern unternehmerisches Denken sowie langfristiges Engagement. Ob echte Unternehmensanteile, virtuelle Beteiligungen oder Optionsmodelle – für nahezu jede Unternehmensphase gibt es passende Lösungen.
Wer frühzeitig auf transparente und fair gestaltete Beteiligungsmodelle setzt, kann nicht nur qualifizierte Fachkräfte gewinnen und halten, sondern auch eine Unternehmenskultur schaffen, in der alle gemeinsam an einem Ziel arbeiten: dem nachhaltigen Erfolg des Startups.
Umfrage des Bitkom zum Thema Stakeholder
Eine Umfrage des Bitkom zeigt, dass die Offenheit der Startups für dieses Thema sehr groß ist.
Nachfolgend einige Ergebnisse der Umfrage:
- Insgesamt beteiligt derzeit gut jedes dritte Startup (36 %) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weitere 41 % können sich das für die Zukunft vorstellen.
- Doch wie viele im Team profitieren, fällt sehr unterschiedlich aus.
Gut ein Viertel der Startups mit Mitarbeiterbeteiligung (27 %) bezieht die gesamte Belegschaft ein.
Etwa ein Drittel (32 %) beteiligt zumindest ausgewählte Beschäftigte. Bei den übrigen bleibt die Beteiligung auf einen kleinen Kreis beschränkt, bei 19 % auf die Gründerinnen und Gründer, in weiteren 11 % auf Gründungsteam und Management. - Beteiligen Startups Beschäftigte, so setzen sie dafür meist sogenannte virtuelle Anteile ein. Dabei handelt es sich um vertraglichen Zusagen, die Beschäftigte etwa bei einem Verkauf am Erlös beteiligen, ohne dass sie zu echten Gesellschaftern mit Stimmrechten werden (84 %, Vorjahr 71 %).
Mit lediglich 8 % werden reale Anteile inzwischen sehr viel seltener genutzt, als noch im Vorjahr mit 20 %.
Ähnliches gilt für Anteilsoptionen, die aktuell von 11 % genutzt werden, nach 23 % in 2025.
Einige Startups setzen auch mehrere dieser Möglichkeiten parallel ein. - Grundsätzlich ist die Offenheit für Mitarbeiterbeteiligung groß: Nur 17 % der Startups schließen sie grundsätzlich aus.
Quelle und mehr: Pressemitteilung Bitkom

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