Gesetzliche Unfallversicherung für Unternehmen

Wie auch die anderen Zweige der Sozialversicherung ist die gesetzliche Unfallversicherung eine Pflichtversicherung. Deshalb ist jeder Unternehmer und jede Unternehmerin verpflichtet, sein bzw. ihr Unternehmen beim zuständigen gesetzlichen Unfallversicherungsträger anzumelden.

Binnen einer Woche nach Gründung

Hast du dein Unternehmen gestartet und beschäftigst jemanden, sollte die Meldung beim zuständigen Unfallversicherungsträger binnen einer Woche nach Gründung geschehen.
Mit deiner Beitragszahlung gibst du die Haftung an die Berufsgenossenschaft ab. Damit bist du vor den Folgekosten eines Unfalls deiner Beschäftigten und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Risiko geschützt.
Von der Versicherungspflicht frei sind lediglich selbständig tätige Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Psychotherapeuten, Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Heilpraktiker und Apotheker. Auf Antrag befreit werden können auch Unternehmer landwirtschaftlicher Unternehmen bis zu einer Größe von 0,25 Hektar (außer Spezialkulturen).
Aber auch in diesen Fällen empfiehlt sich der Abschluss einer freiwilligen Unfallversicherung aus dem o. g. Grund.

Gesetzliche Regelungen zur Unfallversicherung

Im SGB VII findest du alle gesetzlichen Regelungen, die die Pflicht- und die freiwillige Unfallversicherung betreffen, wie z. B.:
  • Aussagen zum versicherten Personenkreis (pflichtversichert oder freiwillig versichert)
  • Vorgehen, Festlegungen und Leistungen beim Eintreten eines Versicherungsfalls,
  • Berechnungsgrundlagen für den Versicherungsbeitrag und dessen Festsetzung.
  • Haftung der Unternehmen bzw. Beschränkung der Haftung beim Eintreten eines Versicherungsfalls
  • Träger der gesetzlichen Unfallversicherung mit Aussagen zu den jeweiligen Zuständigkeiten

Vorgehensweise

Auf den Seiten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e. V. (DGUV) findest du einen Gemeinsamen Online-Service der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen (Serviceportal).
Hier können (potenzielle) Unternehmer ein neues Unternehmen anmelden, einen Arbeits- oder Wegeunfall melden oder auch Kostenbelege zur Abrechnung einreichen, wenn bereits ein Versicherungsfall in der gesetzlichen Unfallversicherung bearbeitet wird.

Wer der für das Unternehmen zuständige Unfallversicherungsträger ist, erfährst du z. B. bei der Hotline der Gesetzlichen Unfallversicherung unter der kostenfreien Rufnummer 0800 6050404 oder auch per E-Mail an info@dguv.de. Auskünfte geben auch die IHKn und HWKn.

Jahresmeldung Unfallversicherung

Unternehmen sind dazu verpflichtet, die von ihren Beschäftigten erzielten Arbeitsentgelte, die Anzahl der Arbeitnehmer und die geleisteten Arbeitsstunden jährlich bei der zuständigen Berufsgenossenschaft bzw. Unfallkasse melden. Die UV-Jahresmeldung ist zum 16. Februar des Folgejahres abzugeben.

Wichtig: Eigene Unfallversicherung nicht vergessen!

Mit dem Beginn der Selbstständigkeit sind Unternehmer, Mitunternehmer und nicht pflichtversicherte Ehegatten von Einzelunternehmern nicht mehr kraft Gesetzes gegen die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten versichert.
Du kannst und solltest dich deshalb unbedingt freiwillig versichern! Denn: Hat man keine Unfallversicherung abgeschlossen und es kommt zu einem Unfall, können Verdienstausfall, medizinische Rehabilitation und andere Kostenfaktoren schnell zu einem existenziellen Problem werden.

Tipp

Bei den vielen Versicherungen, die man abschließen könnte, kommt oft leichter Zweifel auf. Was brauche ich wirklich, welche Versicherung ist wichtig für mich?
In unserem Beitrag „Welche Versicherungen braucht mein Unternehmen wirklich?“ findest du wichtige Ansätze für deine Entscheidungen.

Barbara Behr

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