Digitale Souveränität für KMU

Digitale Souveränität gewinnt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) an Bedeutung, denn sie erhöht die Chancen für Innovation, Resilienz und stärkt die Marktposition.

Was bedeutet digitale Souveränität überhaupt?

Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, selbstbestimmt und kontrolliert über seine digitalen Ressourcen, Daten, Systeme und Technologien zu verfügen.

Warum ist das Thema so wichtig?

In einer Zeit, in der Geschäftsprozesse zunehmend digitalisiert werden, Daten immer mehr die die Grundlage wichtiger Entscheidungen bilden und damit zugleich Abhängigkeit von digitalen Technologien wächst, wird digitale Souveränität immer wichtiger.
Für KMU bedeutet sie vor allem, die Risiken durch einseitige Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu reduzieren, die Sicherheit sensibler Unternehmens- und Kundendaten zu gewährleisten und flexibel auf Veränderungen im Markt reagieren zu können.
Hinzu kommt, dass staatliche Einrichtungen und auch Großunternehmen digitale Souveränität verstärkt in ihren Beschaffungsverfahren berücksichtigen (müssen).

Die digitale Transformation eröffnet auch kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vielfältige Chancen, stellt sie jedoch gleichzeitig vor neue Herausforderungen.
Insbesondere angesichts steigender Anforderungen an Datenschutz, Cybersicherheit und regulatorische Vorgaben wird digitale Souveränität zu einem wichtigen strategischen Faktor. Unternehmen, die ihre digitale Infrastruktur bewusst gestalten und ihre Datenhoheit stärken, können nicht nur ihre Resilienz erhöhen, sondern auch das Vertrauen von Kunden, Partnern und Mitarbeitenden festigen.

Für KMU ist digitale Souveränität daher längst kein rein technisches Thema mehr. Sie entwickelt sich zu einer zentralen Voraussetzung, um die Chancen der Digitalisierung erfolgreich zu nutzen und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern.

Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)

Das IW hat kürzlich eine Studie zum Thema Digitale Souveränität erstellt.

Nachfolgend einige wichtige Ergebnisse aus dieser Studie:

  • Digitale Souveränität bedeutet mehr als IT-Sicherheit.
    Sie beschreibt die Fähigkeit eines Unternehmens, digitale Technologien eigenständig auszuwählen, sicher zu nutzen und bei Bedarf wechseln oder weiterentwickeln zu können.
  • Viele KMU sind von einzelnen Technologieanbietern abhängig.
    Besonders im Bereich Cloud-Dienste, Softwareplattformen und KI dominieren wenige – häufig außereuropäische – Anbieter, was die unternehmerische Handlungsfreiheit einschränken kann.
  • Geopolitische Entwicklungen erhöhen den Handlungsdruck.
    Internationale Spannungen sowie neue europäische Vorgaben zu Daten, Plattformen und Künstlicher Intelligenz machen digitale Souveränität zu einem strategischen Thema für Unternehmen.
  • Digitale Souveränität wird zum Wettbewerbsfaktor.
    Öffentliche Auftraggeber und große Unternehmen berücksichtigen sie zunehmend bei Ausschreibungen und in Lieferketten. KMU können dadurch Wettbewerbsvorteile erzielen.
  • Datenhoheit ist ein zentraler Baustein.
    Unternehmen sollten jederzeit wissen, wo ihre Daten gespeichert werden, wer darauf zugreifen kann und wie ein Anbieterwechsel möglich ist.
  • Technologische Vielfalt reduziert Risiken.
    Die Studie empfiehlt, Abhängigkeiten durch offene Standards, interoperable Lösungen und – wo sinnvoll – europäische Alternativen zu verringern.
  • Digitale Kompetenz ist entscheidend.
    Neben der Technik benötigen KMU vor allem Know-how, um digitale Lösungen bewerten, Risiken einschätzen und fundierte Investitionsentscheidungen treffen zu können.
  • Digitale Souveränität ist ein kontinuierlicher Prozess.
    Sie entsteht nicht durch eine einzelne Softwareentscheidung, sondern durch strategische Planung, regelmäßige Überprüfung und den gezielten Aufbau interner Kompetenzen.
  • Digitale Souveränität stärkt langfristig die Resilienz.
    Unternehmen, die ihre digitale Infrastruktur bewusst gestalten und Abhängigkeiten reduzieren, können flexibler auf Marktveränderungen, regulatorische Anforderungen und technologische Entwicklungen reagieren.

Fazit

Eine wichtige Botschaft der Studie ist:
Der Begriff Digitale Souveränität wird häufig mit „nur europäische Anbieter“ gleichgesetzt.
Tatsächlich versteht das IW digitale Souveränität aber als unternehmerische Handlungsfähigkeit – also die Fähigkeit, selbstbestimmt über digitale Technologien, Date Geschäftsprozesse zu entscheiden.
Denn es geht vor allem darum, bewusst und frei Entscheidungen treffen zu können, die Kontrolle über die eigenen Daten zu behalten, Anbieter bei Bedarf ohne Probleme wechseln zu können und damit insgesamt kritische Abhängigkeiten zu vermeiden.

Download der IW-Studie „Digitale Souveränität von KMU“

Weitere Artikel

Symbolbild für grüne Energie: Aus einer Steckdosenleiste wachsen grüne Pflanze, links ist eine Glühlampe, in deren Mitte ein Solarpaneel steht

Erneuerbare Energien: KfW erweitert Förderprogramm

Weiterlesen
im Hintergrund der Reichstag in Berlin, links ein Mappe mit Text zum Thema Reformen und den Logos der Koalitionsparteien CDU,CSU und SPD rechts Holzklötze mit Aufschriften

Aktuell: Koalitionsausschuss beschließt umfassendes Reformpaket

Weiterlesen
man sieht die Hände einer Person, die einen Taschenrechner hält, im Vordergrund steht ein Sparschwein, links sind Münzstapel zu sehen

Selbstständig und trotzdem pflichtversichert bei der Rentenkasse?

Weiterlesen
Bernd Witak und Tony Kowalewski besiegeln die Unternehmensnachfolge bei ENOC Industrietechnik mit einem Handschlag

Unternehmensnachfolge bei ENOC Industrietechnik in Neustrelitz

Weiterlesen

Hidden Champion aus MV ausgezeichnet: Planet AI gewinnt weltweite DocVQA Challenge

Weiterlesen
Leonie Tessenow, Gründerin von Tekoha aus Mecklenburg-Vorpommern, mit Matekaffee – verbindet Südamerika und Deutschland

Tekoha: Gründerin Leonie Tessenow verbindet Südamerika mit MV

Weiterlesen
Seite 1 von 110

Noch nicht ganz auf Kurs oder fehlt der passende Ankerpunkt?

Dann einfach Kontakt aufnehmen. Wir unterstützen dabei, den richtigen Weg durch die Gründungslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern zu finden.

Kontakt aufnehmen
Nach oben scrollen