Tekoha: Gründerin Leonie Tessenow verbindet Südamerika mit MV

Von der Idee zum Start-up: Leonie Tessenow bringt mit Tekoha Matekaffee aus Südamerika nach Mecklenburg-Vorpommern und erschließt damit einen neuen Markt.

In ihrer Gründungsgeschichte wird deutlich, wie aus einem spontanen Impuls ein tragfähiges Geschäftsmodell entsteht – und welche Rolle Herkunft, Unternehmergeist und Durchhaltevermögen dabei spielen. Zwischen Paraguay und Mecklenburg-Vorpommern baut die Gründerin Schritt für Schritt ihr Unternehmen auf, überwindet Herausforderungen und zeigt, wie sich persönliche Geschichte und wirtschaftliche Vision verbinden lassen.


Ein Stück Südamerika aus Mecklenburg-Vorpommern

Mit „Tekoha“ bringt Gründerin Leonie Tessenow ein Stück Südamerika nach Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Matekaffee steht dabei für ein Produkt, das in Paraguay längst zum Alltag gehört und für sie weit mehr ist als nur eine Geschäftsidee. Hinter Tekoha steckt eine persönliche Gründergeschichte, geprägt von Herkunft, Mut und unternehmerischem Antrieb.

Der Name „Tekoha“ stammt aus der indigenen Sprache Guaraní und bedeutet „Heimat“ – verstanden als Ort, an dem das eigene Ich verwurzelt ist. Genau diese Idee spiegelt sich im Unternehmen wider: die Verbindung von Paraguay und Mecklenburg-Vorpommern, von persönlichem Hintergrund und wirtschaftlicher Perspektive.

Der Moment, in dem alles begann

Die Gründung entstand aus einer konkreten Lebenssituation heraus. Während ihres Masterstudiums suchte Leonie nach passenden beruflichen Perspektiven und stellte fest, dass diese schwer mit ihrem Alltag in Schwerin vereinbar sind.
„Ganz pragmatische Gründe: Gegen Ende meines Masterstudiums habe ich mich auf die Suche nach passenden Jobs gemacht und schnell gemerkt, dass sich das mit unserem Standort Schwerin nicht so leicht vereinbaren lässt.“

Dass sie einmal gründen würde, stand für die Mitdreißigerin schon länger fest. Sie beschreibt die Selbstständigkeit als persönliche Wunschvorstellung, die eng mit ihrem Freiheitsdrang verbunden ist – allerdings fehlte ihr lange eine Idee, die sie wirklich für tragfähig hielt.

Diese kam schließlich eher unerwartet:
„In dieser Zeit ist mir mein heutiges Produkt regelrecht in die Hände gefallen – und mir war schnell klar, dass es mir große Freude machen würde, Matekaffee zum Erfolg zu führen.“

Darauf folgte ein erster Realitätscheck – Zahlen, Kalkulationen und Machbarkeit spielten eine zentrale Rolle:

„Als ich merkte, dass es sich finanziell tragen könnte, war mir klar: Das ziehe ich durch.“

Leonie zeigt die Zubereitung von Matekaffee – ein Produkt, das in Paraguay längst zum Alltag gehört und mit Tekoha nun auch in Deutschland etabliert wird.

Der Weg zur Gründung

Aus der Idee wurde schnell ein konkretes Vorhaben. Den Weg in die Selbstständigkeit ging sie dabei parallel zu ihrem Familienalltag – als dreifache Mutter strukturierte sie Gründung, Organisation und Verantwortung neu. Leonie arbeitete sich strukturiert in Zahlen und Abläufe ein: Sie kalkulierte Kosten, prüfte die Wirtschaftlichkeit und nutzte digitale Tools, um ihr Modell tragfähig aufzubauen.

Ein entscheidender Schritt führte sie zurück nach Paraguay. Dort suchte sie nach passenden Produzenten und klärte eine zentrale Frage: ob Mate in Bio-Qualität hergestellt werden kann – etwas, das es in dieser Form zuvor noch nicht gab.

Anschließend folgten die klassischen Schritte: Beratung bei der IHK, Gespräche mit Banken und schließlich die Gründung einer GmbH.
„Ich wollte es von Anfang an richtig machen, weil ich vorhabe, Tekoha groß zu machen.“

Auch bei der Wahl der Bank blieb sie konsequent.
„Ich war zunächst bei einer Bank, die partout nicht wollte, dass ich eine GmbH gründe“, sagt Leonie und fügt hinzu: „Da habe ich die Bank gewechselt – das kam für mich nicht in Frage.“

Die Finanzierung stellte sie aus Eigenmitteln und Krediten auf.

Zwischen Südamerika und Mecklenburg-Vorpommern

Im südamerikanischen Paraguay gehören Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein früh zum Alltag. „Anpacken ist Teil meiner DNA“, sagt Leonie, deren unternehmerisches Denken stark von ihrer Herkunft geprägt ist. „Ich habe nie gelernt, mich auf staatliche Strukturen zu verlassen, und bin sehr wirtschaftsliberal aufgewachsen.“

Mit 18 Jahren kam sie nach Deutschland – ein Schritt, der sie gefordert und geprägt hat:
„Ich habe vieles einfach durchgezogen, auch wenn es keinen Spaß gemacht hat. Diese Haltung hilft auch im Startup-Alltag.“

Heute verbindet sie bewusst beide Lebenswelten. Das habe sich auch deshalb angeboten, weil das Produkt diese Verbindung ermögliche – gleichzeitig sei es ihr persönlich ein Anliegen, ihre Heimat mit ihrem heutigen Zuhause zu verknüpfen.

Dabei bringt sie auch Werte aus Paraguay ein:
„Ich möchte mit Tekoha für Lebensfreude und Energie stehen – unkompliziert und ohne viel Aufhebens.“

Matekaffee: Eine neue Kategorie

Mit Tekoha etabliert Leonie ein Produkt, das in dieser Form in Deutschland bislang fehlte:
„Tekoha bietet Matekaffee an.“

Während Mate hier oft als Szenegetränk bekannt ist, setzt sie auf Alltagstauglichkeit:
„Den Mate Cocido Soluble, wie er in Paraguay existiert – schnell aufzugießen, lecker, unkompliziert, mit sanftem Koffein – den gab es bisher nicht.“

Als Zielgruppe definiert die Gründerin Mate-Liebhaber und Menschen, die sanftes Koffein bevorzugen.

Auch Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle. Mate werde auf vergleichsweise kleinen Flächen mit viel Handarbeit angebaut, die Pflanzen blieben über Jahre erhalten und trügen dazu bei, Erosion vorzubeugen.

Leonie im Austausch auf einer Bio‑Plantage in Paraguay – gemeinsam mit ihrem Vater und einem Yerba‑Mate‑Produzenten, wo die Grundlage für Tekoha entsteht.

Gründen in Mecklenburg-Vorpommern

Die Entscheidung für den Standort Schwerin traf Leonie zunächst aus privaten Gründen – ihre Familie lebe hier, erklärt sie. Inzwischen sieht sie darin jedoch auch klare unternehmerische Vorteile: Die Sichtbarkeit als Gründerin sei in Mecklenburg-Vorpommern deutlich höher als in Bundesländern mit einer größeren Startup-Dichte.

Gleichzeitig bleibe die Distanz zu urbanen Märkten eine Herausforderung, da sich ihre Hauptzielgruppe vor allem in größeren Städten befindet. Unterstützung erhielt sie unter anderem durch regionale Initiativen wie das Develup aus Ludwigslust und den Kreis Ludwigslust-Parchim, die ihr einen wichtigen Startimpuls gaben.

Dennoch wägt sie genau ab, wie viel Zeit sie in Netzwerke investiert – für sie müssen Wirkung und Aufwand im richtigen Verhältnis stehen.

Sichtbarkeit, Lernen und erste Erfolge

Wettbewerbe und öffentliche Auftritte wurden für Leonie zu wichtigen Bausteinen auf ihrem Weg. Beim Female Founder Contest sammelte sie nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihrem eigenen Geschäftsmodell:
„Ich habe mich relativ spontan dazu entschlossen teilzunehmen und musste mich erstmals damit auseinandersetzen, was in so einem Format gefordert ist: die Eckpunkte meines Unternehmens wirklich auf den Punkt zu bringen.“

Für sie steht fest: Solche Formate können helfen, ein Startup bekannter zu machen – müssen aber im Einklang mit dem Tagesgeschäft stehen.

Parallel dazu erreichte Tekoha erste wichtige Meilensteine. Ein Moment bleibt für sie besonders prägend:
„Besonders gefeiert habe ich aber die erste Nachbestellung, weil sie zeigt: das Produkt funktioniert.“

Vision, Wachstum und Lernen

Leonie möchte Tekoha weiter skalieren und im Markt etablieren:
„Wir möchten deutschlandweit in Supermärkten verfügbar sein, einen treuen Kundenstamm aufgebaut haben und Matekaffee als cooles, neues Koffeinprodukt etabliert haben.“

Parallel arbeitet sie an neuen Formaten und Kooperationen, unter anderem an einem Ready-to-Drink-Produkt sowie am Einstieg in die Gastronomie.

Der Lernprozess bleibt dabei zentral.
„Ich hätte mir mehr Geduld mit mir selbst und den Prozessen gegönnt und Zeitpläne etwas großzügiger gesteckt.“

Diese Erfahrungen sieht sie heute als wichtigen Teil ihres Weges. Entscheidungen werden reflektiert, angepasst und weiterentwickelt – ein fortlaufender Prozess, der Tekoha prägt.

Erfolg definiert sie bewusst mehrdimensional – unternehmerisch wie persönlich:
„Dass Tekoha läuft, wächst, sich skalieren lässt, dass viele Menschen mein Produkt lieben und dass sich das alles trägt“, sagt Leonie und ergänzt: „… dass die Dinge, die ich anpacke, gelingen – und dass die Menschen um mich herum zufrieden sind.“

Damit knüpft sie an die Idee hinter Tekoha an – auch in ihrer eigenen Definition von Heimat:

„Heimat, das sind meine Wurzeln – das, was mich geprägt hat. Das lässt sich nicht wegwischen, das wird immer Paraguay bleiben. Aber mein Zuhause ist jetzt Mecklenburg-Vorpommern: der Ort, wo ich mich wohlfühle und wo die Menschen leben, die ich liebe.“

Leonie mit ihrem Produkt Tekoha Matekaffee: „Einfach machen. Sich mehr zutrauen und loslegen.“ © Tekoha (4)

Einfach machen: Leonies Rat für Gründerinnen und Gründer

Für Leonie beginnt Unternehmertum nicht mit perfekten Bedingungen, sondern mit dem ersten Schritt.

Ihr wichtigster Rat ist deshalb klar formuliert:
„Einfach machen. Sich mehr zutrauen und loslegen.“

Für sie zählt vor allem, ins Handeln zu kommen und Ideen nicht zu lange theoretisch zu durchdenken. Denn vieles entsteht erst im Prozess – und nicht am Reißbrett.

Kontakt

Tekoha GmbH
Leonie Christiane Tessenow
Wittenburger Str. 16a/b
19053 Schwerin

E-Mail: info@tekoha.de
Instagram


Leonies Weg zeigt, wie unternehmerischer Pragmatismus, Durchhaltevermögen und der Mut, neue Produkte zu etablieren, Gründungen aus Mecklenburg‑Vorpommern prägen – und welches Potenzial entsteht, wenn Ideen konsequent umgesetzt und weitergedacht werden.

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