Deutschlandfonds gestartet: Privates Kapital mobilisieren

Bundesregierung und KfW setzen deutlichen Impuls für mehr private Investitionen in zentralen Zukunftsfeldern.

Zuletzt aktualisiert: 09.01.2026
Symbolbild für Deutschlandfonds

Private Investitionen sind ein Schlüsselfaktor für mehr Wachstum in Deutschland.
Der Deutschlandfonds soll privates Kapital für Investitionen mobilisieren, um die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu steigern.
Mit verschiedenen Instrumenten werden gezielt die Bedarfe von Industrie, Mittelstand und jungen Unternehmen, Start-ups und Scale-ups sowie der Energieversorgungsunternehmen adressiert.

Worum geht es genau beim Deutschlandfonds?

Mit dem Deutschlandfonds schaffen Bundesregierung und KfW einen Rahmen, der es privaten und kommunalen Unternehmen erleichtert, in großem Umfang in Deutschland zu investieren.
Der Bund stellt für den Deutschlandfonds öffentliche Mittel und Garantien in Höhe von rund 30 Milliarden Euro bereit. Damit sollen insgesamt Investitionen von rund 130 Milliarden Euro ausgelöst werden – als Investitionsoffensive neben dem staatlichen Sondervermögen.
Die KfW übernimmt die Koordination des Deutschlandfonds und ist Ansprechpartnerin für die nationale und internationale Investorenberatung.

Zentrale Felder, in denen der Deutschlandfonds private Investitionen anregen soll, sind Industrie und Mittelstand, Wagniskapital sowie die Energieinfrastruktur. Dazu gehören beispielsweise große Zukunftsinvestitionen in neue Technologien und Produktionsanlagen, der Ausbau von erneuerbaren Energien, Wärmenetzen und Stromnetzen, aber auch die Gewinnung von Rohstoffen und die Finanzierung von innovativen Technologien in den Bereichen DeepTech, künstliche Intelligenz (KI) und BioTech sowie die Entwicklung von Lösungen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit.

Die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche: „Die aktuelle Lage unserer Wirtschaft macht deutlich, wie hoch der Investitionsbedarf für die Modernisierung unseres Landes ist. Entscheidend ist, privates Kapital gezielt dorthin zu lenken, wo Innovation entsteht, wo wir unsere Lieferketten resilienter aufstellen und Deutschland zukunftsfähig machen können. Der Deutschlandfonds mobilisiert hierfür privates Kapital mit öffentlichen Mitteln und ermöglicht so wirksame Investitionen in zentrale Zukunftsbereiche.“

Wer profitiert vom Deutschlandfonds?

Genutzt werden sollen die Finanzierungsmöglichkeiten des Deutschlandfonds von Industrieunternehmen, mittelständischen Unternehmen, Start-ups, jungen Wachstumsunternehmen, privaten und kommunalen Energieversorgungsunternehmen, Unternehmen der Verteidigungs- und Rohstoffwirtschaft. Um die gesamte Breite an Bedarfen zu adressieren, ist der Deutschlandfonds kein Investmentfonds, sondern stellt eine Dachstruktur für verschiedene Bausteine dar, welche diese Bedarfe spezifisch adressieren.

Aus welchen Bausteinen besteht er?

Im Baustein Industrie und Mittelstand wird über den Deutschlandfonds die Finanzierung von Zukunftsinvestitionen in die Wettbewerbsfähigkeit erleichtert. Dazu zählt das Absicherungsinstrument für Transformationsindustrien, mit dem Großinvestitionen der Industrie, beispielsweise in den Bereichen Stromerzeugung oder Wasserstoff, aber auch in der Automobilindustrie, bei mittelständischen Zulieferern und im Maschinenbau unterstützt werden. Mit dem Rohstofffonds werden Eigenkapital-Beteiligungen und Kredite der KfW bereitgestellt, um Vorhaben zur Gewinnung von kritischen Rohstoffen für die deutsche Wirtschaft zu finanzieren, zum Beispiel die Förderung der Lithium-Gewinnung in Deutschland.

Beispiel: Ein Unternehmen investiert in den Ausbau von Batteriespeicheranlagen. Die KfW sichert gemeinsam mit Bankpartnern die Lieferung der Anlagen durch eine Bürgschaft ab. Dies ermöglicht dem Unternehmen ein höheres Investitionsvolumen.

Im Baustein Energie ist geplant, die Kreditaufnahme von Stromverteil- und Wärmenetzbetreibern abzusichern. Damit könnten diese ihre in den nächsten Jahren stark steigenden Investitionen in die Stromverteil- und Wärmenetze stemmen. Im Bereich Geothermie sichert man damit das Risiko, bei Bohrungen nach unterirdischen Heißwasserquellen nicht fündig zu werden (Fündigkeitsrisiko). Darüber hinaus ist es angesichts der hohen Investitionsbedarfe notwendig, dass private und kommunale Energieversorgungsunternehmen über die für die Finanzierung erforderliche Eigenkapitalbasis verfügen.

Beispiel: Ein Energieversorgungsunternehmen plant die Modernisierung oder Erweiterung seines Stromverteilnetzes. Um die Investition stemmen zu können, stellt die KfW in Zusammenarbeit mit den Hausbanken einen Kredit von bis zu 100 Millionen Euro bereit, dessen Risiken sich die KfW mit den Hausbanken teilt. Dafür bekommt die KfW eine Garantie des Bundes. Dies ermöglicht Energieversorgern, die substanziellen Investitionsbedarfe zu adressieren.

Im Baustein Start-ups und Scale-ups tritt die KfW ab sofort auch als Co-Investor auf, um zusammen mit privaten Kapitalgebern aus dem KfW Capital-Fondsportfolio direkt in Start-ups in Deutschland zu investieren. Hierfür stehen pro Investition maximal 50 Millionen Euro und insgesamt eine Milliarde Euro bis Ende 2030 zur Verfügung. Weitere 300 Millionen Euro stehen für die Beteiligung an Kreditfonds zur Verfügung, die in den Ausbau neuartiger Industrietechnologien investieren. Zur Stärkung der Wagniskapitalfinanzierung wird der Zukunftsfonds ab 2026 aufgestockt und verstetigt.

Beispiel: Junge Unternehmen, beispielsweise aus dem Verteidigungssektor, erhalten Wagniskapital von Fonds, an denen die KfW sich beteiligt. So werden die Entwicklung zukunftsfähiger Produkte unterstützt und Innovation gefördert.

Die neuen, zusätzlichen Mittel aus dem „Wachstums- und Innovationskapital („Zukunftsfonds II")" werden für Wagniskapitalfinanzierungen insbesondere in den Bereichen DeepTech, BioTech und Sicherheit und Verteidigung sowie zur Deckung bestehender Finanzierungsbedarfe im Mittelstand eingesetzt.

Wann startet der Deutschlandfonds?

Der Aufbau des Deutschlandfonds ist stufenweise vorgesehen.
Neben einem ersten Projekt im Bereich Rohstoffe starteten im Dezember 2025 schon die ersten drei Instrumente. Diese sind:

  • das Absicherungsinstrument für Transformationsindustrien,
  • das Kreditprogramm zur Förderung von Geothermie-Projekten sowie
  • ein neues Finanzierungsinstrument für Start-ups und Scale-ups.

Der weitere Ablauf sieht wie folgt aus:

  • In einer zweiten Stufe sollen ab dem Jahr 2026 sukzessive weitere Instrumente starten.
    Hierzu gehören Instrumente zur Modernisierung der Energieinfrastruktur sowie neue private Kreditfonds für Start-ups und das Wachstums und Innovationskapital, das den Zukunftsfonds weiter aufgestockt. Somit stärkt man die Wagnisfinanzierung in Deutschland weiter sowie hat Finanzierungslücken für den Mittelstand adressiert.
  • Im weiteren Ausbau wird zudem die Wagnisfinanzierung von innovativen Start-ups und Scale-ups der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie über Fondsinvestitionen oder Direktbeteiligungen verstärkt. Damit nimmt man die technologische Verteidigungsfähigkeit unseres Landes klar in den Fokus.
  • Darüber hinaus wird im Bereich Verbriefungen ein weiteres Instrument zur Vertiefung des Kapitalmarktzugangs und der Finanzierungskonditionen der deutschen Wirtschaft eingerichtet.
  • Im weiteren Verlauf werden weitere Instrumente markt- und bedarfsgerecht aufgesetzt. So ist auch im Bausektor die Mobilisierung von privatem Kapital wichtig für bezahlbares und nachhaltiges Wohnen in Deutschland. Daher hat die Bundesregierung gemeinsam mit der KfW einen Prozess gestartet, unter dem Dach des Deutschlandfonds ein neues Modul für den Wohnungsbau zu entwickeln. Dieses Modul soll die Situation am Wohnungsmarkt verbessern und private Investitionen in den Wohnungsbau forcieren.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen inklusive eines Faktenblatts findest du auf der Website des Deutschlandfonds: deutschlandfonds.info