Die TSU Bode GmbH aus Schwerin zeigt, wie ein gut geplanter Generationswechsel in der Logistikbranche gelingen kann. Nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze hat Gründer Jens Bode die Verantwortung schrittweise an ein eingespieltes und langjähriges Führungsteam übergeben – ein strategisch wichtiger Schritt in einer Branche mit komplexen Anforderungen.
Interne Nachfolgelösung sorgt für Stabilität
Mit Andreas Heitmann, seit 2011 im Unternehmen, und Anja Schimborski, die 2017 zur TSU kam, übernimmt ein Team die Leitung, das Abläufe und Kundenerwartungen seit Jahren kennt.
Beide führten bereits vor der offiziellen Übergabe zentrale Aufgaben aus.
Sie betonen: „Für unsere Kundinnen und Kunden bedeutete das vor allem eines: Kontinuitität. Sie können sich weiterhin auf unsere Leistungen verlassen und darauf vertrauen, dass alle Prozesse zuverlässig und sicher laufen.“
Dreijähriger Übergabeprozess mit starken Partnern
Die offizielle Nachfolgeplanung startete im April 2022. Steuerliche, rechtliche und finanzielle Fragen machten eine strukturierte und fachlich unterstützte Vorbereitung notwendig.
Den Prozess unterstützten mehrere regionale Partner, unter anderem die Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern (BMV).
Daniel Schulze, Kundenbetreuer bei der BMV, sagt: „Im Rahmen der Nachfolge lag unser Fokus auf einer tragfähigen Lösung, die wir mit einer Bürgschaft unterstützen konnten.“
Auch die OstseeSparkasse Rostock (OSPA) begleitete den Prozess eng – mit einer klaren Einschätzung:
Kathleen Meerkatz, Firmenkundenberaterin der OSPA, ergänzt: „Das Zusammenwirken kompetenter und verlässlicher Partner ist der Grundstein für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe, um sowohl die Interessen der Nachfolger als auch der Übergebenden zu berücksichtigen.“
Sie hebt zudem hervor: „Die Kombination der beiden Nachfolger als Team mit Willensstärke, Zielstrebigkeit und hohem fachlichem Know-how war eine entscheidende Komponente für die erfolgreiche Umsetzung dieser Unternehmensübergabe.“
Auch die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (MBG MV) brachte sich unterstützend in den Nachfolgeprozess ein.
Jens Körtge, Investment Analyst bei der MBG MV, hebt hervor „Eine Nachfolge aus dem eigenen Unternehmen bewahrt Kultur sowie Kompetenz und sichert Wissen und Vertrauen.“
Im September 2025 wurde die erfolgreiche Übergabe offiziell bekannt gegeben und stieß auf breite Zustimmung bei Mitarbeitenden und Kundschaft.
TSU Bode: Logistik rund um die Uhr
Die TSU Bode GmbH ist als spezialisierter Lebensmittelspediteur unter anderem für große Handelsketten wie Kaufland tätig – und das 24/7, auch an Wochenenden und Feiertagen.
Zum Unternehmen gehören:
- ein moderner Fuhrpark aus 40-Tonnern mit digitalen Assistenzsystemen
- 68 Fahrerinnen und Fahrer
- flexible Arbeitszeitmodelle für planbare Einsätze
Langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter prägen das Unternehmen bis heute. Besonders erwähnt wird ein 67-jähriger Fahrer, der erst kürzlich einen neuen LKW übernommen hat.
Zukunftsorientierte Personalstrategie
Um dem zunehmenden Fachkräftemangel zu begegnen, setzt die TSU künftig auch auf internationales Personal. Gerade nach einem Generationswechsel in der Logistikbranche gewinnt eine vorausschauende Personalstrategie zusätzlich an Bedeutung.
Ab diesem Jahr sollen Fahrerinnen und Fahrer aus Indien das Team verstärken. Eine Fachagentur begleitet Rekrutierung und Ausbildung, während die TSU sich um Integration, Sprache und Wohnraum kümmert – eine strategische Investition in stabile, langfristige Personalkapazitäten.
Gelungenes Beispiel für einen Generationswechsel in der Logistikbranche
Heitmann und Schimborski bringen ihre Erfahrung nicht nur organisatorisch, sondern weiterhin operativ ein und greifen bei Bedarf selbst zum Steuer. Neue Projekte und Weiterentwicklungen sind bereits angestoßen.
Der erfolgreiche Generationswechsel zeigt, wie wichtig frühzeitige Planung, starke Partner und ein engagiertes Team für nachhaltige Unternehmensentwicklung sind.
Tipps für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge
Unternehmen, die vor einem Generationswechsel stehen, profitieren von diesen Grundsätzen:
1. Frühzeitig planen
Nachfolgeprozesse benötigen meist mehrere Jahre – langfristige Vorbereitung ist entscheidend.
2. Interne Talente berücksichtigen
Erfahrene Mitarbeitende sichern Wissen, Kultur und Kontinuität.
3. Externe Expertise einbinden
Banken, Bürgschaftsbanken, Beteiligungsgesellschaften und steuerliche Beratung unterstützen professionell.
4. Finanzierung klar strukturieren
Eine tragfähige Finanzierung ist Kern jeder Übergabe – Fördermöglichkeiten sollten geprüft werden.
5. Transparente Kommunikation im Team
Offener Austausch schafft Sicherheit und Vertrauen bei Mitarbeitenden.
6. Kundinnen und Kunden früh informieren
Besonders in der Logistik ist Verlässlichkeit wichtig – klare Kommunikation stärkt das Vertrauen.
7. Zukunftsausrichtung integrieren
Digitalisierung, Personalentwicklung und Marktanpassung gehören in jede Nachfolgeplanung.
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Titelbild: Daniel Schulze, Andreas Heitmann, Anja Schimborski und Kathleen Meerkatz (v.l.n.r.) © BMV, frgst. v. VTM

