Unternehmensnachfolge im Handwerk: Neustart in Stralendorf

Ein Treppenlift-Unternehmen aus Stralendorf hat erfolgreich die Unternehmensnachfolge im Handwerk gemeistert: Pascal Knitter übernimmt „mobil Vertrieb & Service“ und führt das Familienunternehmen in die Zukunft. Mit Tipps für die gelungene Nachfolge.

Zuletzt aktualisiert: 05.01.2026
Gruppe von Menschen vor einem Schloss am See – Symbolbild für erfolgreiche Unternehmensnachfolge im Handwerk

Die Unternehmensnachfolge im Handwerk bleibt eine der größten Herausforderungen für kleine und mittlere Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Beispiel für eine gelungene Staffelstab-Übergabe ist der Treppenlift-Spezialist „mobil Vertrieb & Service“ aus Stralendorf (Landkreis Ludwigslust-Parchim).

Zum 1. September 2025 hat Maschinenbauingenieur Pascal Knitter das Familienunternehmen übernommen – und zeigt, wie erfolgreich ein strukturierter Nachfolgeprozess ablaufen kann.

Die Geschichte einer gelungenen Unternehmensnachfolge im Handwerk

Als Pascal Knitter im Oktober 2024 sein Profil bei der Nachfolgezentrale MV anlegte, hatte er zwei Dinge im Kopf: die Idee vom eigenen Unternehmen und den Wunsch, seine langjährige Erfahrung im Maschinenbau endlich „in etwas Eigenes“ einzubringen. Dass sich nur Wochen später ein idealer Match ergeben würde, überraschte selbst ihn.

Angela Neumann, die das Unternehmen 2023 von ihrem Mann übernommen hatte, war im November 2024 ebenfalls auf der Suche nach einer langfristigen, nachhaltigen Nachfolgelösung. Die algorithmische Vermittlung brachte beide Seiten schnell zusammen – schon im Dezember starteten die ersten Gespräche, begleitet durch die Expert:innen der Nachfolgezentrale.

Vom Elektromobil zum Treppenlift-Spezialisten: Unternehmensnachfolge im Handwerk mit Weitblick

Das Unternehmen „mobil Vertrieb & Service“ wurde 2001 gegründet und verfolgte von Beginn an ein klares Ziel: Menschen mehr Mobilität und Lebensqualität im Alltag zu ermöglichen. Zunächst lag der Fokus auf Elektromobilen – doch mit den Jahren entwickelte sich der Betrieb immer weiter zum Spezialisten für Treppenlifte, Plattformlifte und barrierefreie Lösungen.

Was das Familienunternehmen auszeichnet:

  • persönliche Beratung vor Ort
  • Unterstützung bei Finanzierung und Zuschüssen
  • fachgerechte Montage
  • langfristiger Service inklusive Wartung und Reparatur

„Zuverlässigkeit vom ersten Gespräch bis zur jährlichen Wartung – das war immer unser Anspruch“, sagt Angela Neumann.

Unternehmensnachfolge im Handwerk:
Chemie, Klarheit, Teamgeist

Überraschend schnell zeigte sich, dass Knitter und Neumann dieselben Werte und Vorstellungen teilen. Auch das Team wurde frühzeitig einbezogen – ein entscheidender Erfolgsfaktor für jede Unternehmensnachfolge im Handwerk.

In mehreren Schnuppertagen lernte Knitter nicht nur Abläufe und Kundschaft kennen, sondern auch die besondere Verantwortung, die mit barrierefreien Lösungen verbunden ist. So entstand Schritt für Schritt Vertrauen auf beiden Seiten – eine wichtige Grundlage für einen reibungslosen Übergang.

Ein neuer Inhaber mit Industrieerfahrung und klaren Plänen

Knitter bringt eine breite berufliche Basis mit: Ausbildung zum Drehtechniker, anschließend Studium im Maschinenbau, danach viele Jahre im mittleren Management eines internationalen Industriekonzerns. Doch er wollte mehr Gestaltungsspielraum – und weniger Anonymität.

Jetzt übernimmt er nicht nur Verantwortung für ein eingeführtes Unternehmen, sondern hat auch klare Zukunftsthemen im Blick:

  • Strukturen analysieren und optimieren
  • Digitalisierung voranbringen
  • Marketing stärken
  • Kundenerlebnis modernisieren

„Eine Übernahme gibt mir eine solide Basis, ohne bei null anfangen zu müssen. Genau das macht die Unternehmensnachfolge so attraktiv“, sagt Knitter.

Tipps für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge im Handwerk

1. Frühzeitig starten

Experten empfehlen 3–5 Jahre Vorlauf, besonders im Handwerk, wo Know-how-Transfer entscheidend ist.

2. Mitarbeitende einbeziehen

Teams sichern Stabilität – und tragen oft maßgeblich dazu bei, dass Kund:innen der neuen Führung Vertrauen schenken.

3. Professionelle Begleitung nutzen

Nachfolgebörsen und Beratungsstellen wie die Nachfolgezentrale MV erleichtern Matching, Bewertung und Prozessbegleitung.

4. Ein realistisches Bild vom Unternehmen gewinnen

Tagesgeschäft „erleben“, Zahlen prüfen, Geschäftsprozesse verstehen – alles vor einer finalen Entscheidung.

5. Vision und Anpassungsbereitschaft verbinden

Nachfolger/innen sollten nicht sofort alles verändern. Erst beobachten, dann entwickeln.

6. Werte des Unternehmens respektieren

Kundennähe, Vertrauen und regionale Verwurzelung sind im Handwerk meist zentraler als jede Marketingkampagne.

Du spielst mit dem Gedanken, ein Unternehmen zu übergeben oder selbst in eine Nachfolge einzusteigen? Gerade im Handwerk bietet die Unternehmensnachfolge große Chancen – für Betriebe, die weitergeführt werden wollen, und für Menschen, die Verantwortung übernehmen möchten.

Wenn du wissen möchtest, wie der Prozess abläuft, welche Unterstützung es gibt und welche Betriebe aktuell Nachfolgerinnen oder Nachfolger suchen, findest du auf GründerMV viele hilfreiche Informationen, Praxisbeispiele und Ansprechpartner/innen.