bga schickt Kite an den Start – ein Serious Game mit feministischer KI

Die neue Web-App Kite der bundesweiten gründerinnenagentur (bga) ist am 13. November 2025 an den Start gegangen!
Sie ist ein Forschungs- und Transferprojekt des Labs für Sozioinformatik der Hochschule Heilbronn in Kooperation mit der bga.

Worum geht es bei Kite?

Ausgangspunkt für die Entwicklung ist ein Befund, der in vielen Studien gezeigt wurde: Gründerinnen stoßen im Prozess der Unternehmensgründung häufiger auf subtile Abwertung und geschlechtsspezifische Vorannahmen.
Dies äußert sich nicht nur in expliziten Aussagen, sondern oft in Nuancen, impliziten Zuschreibungen und unterschwelligen Erwartungen.
Kite setzt genau dort an: Die App macht Situationen sichtbar und benennbar – und verbindet Analyse mit spielerischem Training, um Handlungsspielräume und Resilienz für die reale Gründungspraxis aufzubauen.

Kite zeigt, dass Künstliche Intelligenz nicht nur effizient oder skalierbar sein kann, sondern auch sozialverantwortlich gestaltet werden kann. Die KI erkennt Vorurteile, benennt sie und stärkt Frauen darin, ihre eigenen Handlungsoptionen zu sehen.
Die Frage ist nicht mehr: Wie verhindern wir, dass KI diskriminiert? Die Frage ist: Wie gestalten wir KI, die Menschen stärkt?

Mit Kite wird so erstmals ein Serious Game vorgestellt, das feministische KI-Methoden nutzt, um Routinen der Selbstbehauptung, Grenzsetzung und Verhandlung im Gründungskontext systematisch trainierbar zu machen. Aber am Ende gilt: Nicht die Gründerinnen und Unternehmerinnen müssen sich ändern, sondern das gesellschaftliche Setting!

Wie funktioniert Kite?

Kite ermöglicht es Gründerinnen, typische Situationen im Gründungsprozess spielerischzu trainieren, zum Beispiel das Gespräch mit der Bank oder das Verhandeln eines Honorars.
Nutzerinnen testen unterschiedliche Reaktionen in realistischen Dialogen und erhalten KI-gestütztes, stärkenorientiertes Feedback auf Basis der Expertise von Gründungsexpertinnen.

In den Dialog-Novels begegnen Nutzerinnen zum Beispiel einem Investor, der ihre Unternehmensbewertung als „ambitioniert“ abtut, oder einem Vermieter, der ihre Belastbarkeit in Frage stellt.

Ergänzend zu den Dialogen steht eine Wissensbasis zur Verfügung, in der typische geschlechterbezogene Vorurteile im Gründungskontext erläutert werden – jeweils mit konkreten Beispielen. Jede Einordnung ist mit wissenschaftlichen Quellen hinterlegt, damit Nutzerinnen nicht nur die Situation erleben, sondern auch die strukturellen Mechanismen dahinter verstehen.

Weitere Informationen

Die App ist als webbasierte Anwendung frei zugänglich unter www.kite-app.de.
Die Nutzung der App ist kostenfrei, datensparsam und läuft direkt im Browser – ohne Download.
Es werden keinerlei persönliche Daten erhoben.

Tipp

Kite richtet sich nicht nur an Gründerinnen selbst, sondern auch an Personen, die mit Gründerinnen arbeiten, sie beraten, begleiten oder fördern. Die App eröffnet damit auch für Investor:innen, Berater:innen, Journalist:innen oder Vermietende eine niedrigschwellige Möglichkeit zur Perspektivenübernahme.

Quelle: bga

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