Founders Update #27: Echtes Fleisch ohne Tier – Kein Verzicht durch Bioreaktoren – Innocent Meat

Die Nachfrage nach Fleisch ist nicht nur ungebrochen, sie steigt auch unaufhörlich. Innocent Meat schafft nachhaltige Lösungen.

Es ist eine unglaubliche Zahl: 2018 betrug die weltweite Nachfrage nach Fleisch rund 320 Millionen Tonnen. Das ist das Äquivalent zu einer Milliarde Rinder, die wir jährlich züchten, schlachten und verzehren.

Alleine die Haltung eines Rindes pro Tag setzt eine Verbrenner-Kilometerleistung von 50 KM an CO2-Äquivalenten (in Form von Methan!) frei. Wir verzichten an dieser Stelle auf eine Hochrechnung der Klimawirkung.

Fakt ist: So kann es nicht weitergehen.

Wie ernährt man effizient und menschenwürdig acht Milliarden Menschen, ohne den Planeten zu zerstören? Die große Herausforderung besteht darin, den Proteinbedarf einer wachsenden Weltbevölkerung zu decken, ohne dabei das Klima und die natürlichen Ressourcen in gleichem Maße wie zuvor zu belasten.

Die tatsächlichen Probleme, mit denen wir bereits in der Fleischproduktion konfrontiert sind, werden unseren Planeten an seine Grenzen bringen.

3 Millionen Euro Investment: Das Geschäftsmodell von Innocent Meat ist die Lösung.

Gegründet im Jahr 2020, hat das Start-up an seinem Standort in Rostock ein hochqualifiziertes Team von 9 Mitarbeitern aufgebaut, besitzt mehrere angemeldete Patente und hat mit seinem Perfusion-Bioprozess die Labormaßstäbe hinter sich gelassen.

Im März 2024 ist es Innocent Meat zudem gelungen, in einem herausfordernden Marktumfeld eine Finanzierung von 3 Millionen Euro zu realisieren. Rund 2,5 Millionen Euro steuerte dabei ein privater Investor bei. Das frische Kapital wird es dem Unternehmen ermöglichen, die bestehenden Biokomponenten weiterzuentwickeln, die Pilotanlage hochzufahren und die notwendigen Zertifizierungsprozesse einzuleiten.

Ein Blick in die Produktwelt des StartUps

Innocent Meat ermöglicht es Fleischverarbeitungsunternehmen, einen erheblichen Teil ihrer Produktion auf „kultiviertes Fleisch“ umzustellen. Das Geschäftsmodell des Unternehmens ist ein One-Stop-Shop für die Fleischindustrie und bietet alles, was zur Herstellung von kultiviertem Fleisch benötigt wird: Das Unternehmen stellt den Kunden Wachstumsmedien, Zelllinien und Gerüste zur Verfügung.

Künstliche Fleischzellen von Innocent Meat

Wir verdienen Geld, indem wir Kunden pro produzierter Einheit berechnen. Unsere von KI gesteuerte, cloud-basierte Plattform verwaltet die gesamte Produktion aus der Ferne, um Sicherheit und Effizienz zu gewährleisten. Für diesen Service berechnen wir eine Lizenzgebühr pro produzierter Einheit. Zusätzlich liefern wir unseren Kunden Herstellungshardware von unseren hochspezialisierten Kooperationspartnern und erhalten für diesen Service eine Provision.

Das Geschäftsmodell von IM ist grundsätzlich ähnlich wie das des Kaffeekapselherstellers. Das macht einen großen Unterschied für all jene, die ebenfalls mit kultiviertem Fleisch arbeiten, aber mit ihren Produkten „ins Regal“ wollen.

Das Team von Innocent Meat mit einer Probe


Das Interesse der Branche ist enorm: Kürzlich haben wir einen großen Lebensmitteleinzelhändler mit seinen Fleischverarbeitungsbetrieben als Investor und strategischen Partner gewonnen. Insbesondere bezüglich möglicher Markteintrittsbarrieren beim Endkunden hat diese Zusammenarbeit eine besondere Bedeutung für uns, da die Marke des Einzelhändlers die größte Akzeptanz bei den Verbrauchern genießt.

Zusätzlich beliefert unser Einzelhandelspartner auch den US-Markt, was der geplanten Markteintrittsstrategie von Innocent Meat zugutekommt.

Laura Gertenbach, Founder and CEO von Innocent Meat

Founder’s Note

Gründen macht Spaß und ist gleichzeitig hart. Die Finanzierung ist immer ein Problem, das gelöst werden muss. Mit Zielstrebigkeit, der richtigen Prioriserung und einem großartigen Team können auch in komplexen, technologischen Gebieten Lösungen geschaffen werden, in denen es wenige erwarten.


Frage 1: Was läuft aus deiner Sicht besonders gut in der Gründungsszene in MV? 

Vernetzung.

Frage 2: Was wünschst du dir für die Zukunft? 

Eine Startup-Vision und Mission sowie Action-Plan der Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern. Die Transformation vom „Land zum Leben“ hin zum Technolgiestandort

Frage 3: Wie hast du in die Gründungswerft gefunden?

Social-Media.

Wenn du eine Vision für das Gründungsgeschehen, bzw. die Gründungsszene Mecklenburg-Vorpommerns hättest, wie würde die lauten?

Die Schaffung einer nachhaltigen Zukunft, die wir bereits heute kultivieren.

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