Was sind hybride Geschäftsmodelle und was bringen sie?

Was kennzeichnet hybride Geschäftsmodelle aus?

Diese Modelle kombinieren oft Elemente aus traditionellen Geschäftsmodellen mit digitalen Ansätzen. Man kann so die Stärken verschiedener Ansätze nutzen, um sich besser den Herausforderungen der modernen Wirtschaft stellen zu können.

Beispiele für hybride Geschäftsmodelle

Damit du eine bessere Vorstellung hast, nachfolgend ein paar Beispiele für hybride Geschäftsmodelle.

  1. Offline-Online-Symbiose
    Ein physisches Geschäft kann seine Online-Präsenz nutzen, um Kunden anzuziehen, und umgekehrt. Beispielsweise könnten Kunden online recherchieren, online bestellen und dann in das Geschäft gehen, um das Produkt anzusehen. Oder sie gehen in das Geschäft und recherchieren später online, um dieses Produkt oder weitere Produkte zu kaufen. Hier gibt es eine enge Verzahnung zwischen Online- und Offline-Geschäft.
  2. Online-Offline-Hybrid
    Ähnlich wie bei der Offline-Online-Symbiose kann ein Unternehmen sowohl physische Geschäfte als auch einen Online-Shop betreiben. Kunden können Produkte online kaufen und in den Geschäften abholen oder umgekehrt. Ein Beispiel hierfür wäre ein Einzelhändler, der sowohl in Einkaufszentren als auch online präsent ist. Die beiden Komponenten sind in der Regel unabhängiger voneinander.
  3. Abonnement mit Extraangeboten
    Unternehmen bieten oft Abonnementdienste an, bei denen Kunden regelmäßig für den Zugang zu bestimmten Produkten oder Dienstleistungen bezahlen. Ein hybrides Modell könnte sein, dass Abonnenten zusätzlich die Möglichkeit haben, Produkte außerhalb des Abonnements zu einem ermäßigten Preis zu kaufen.
  4. Freemium-Modell
    Unternehmen bieten eine Basisversion eines Produkts oder einer Dienstleistung kostenlos an (Freemium), während sie gleichzeitig eine erweiterte Version mit zusätzlichen Funktionen oder Dienstleistungen zu einem kostenpflichtigen Tarif anbieten. Dies ermöglicht es Kunden, die Grundfunktionen zu testen, bevor sie auf die Premium-Version upgraden.
  5. Plattform-Ökosystem
    Unternehmen können eine Plattform aufbauen, die verschiedene Akteure zusammenbringt, wie z. B. Anbieter, Käufer, Entwickler usw. Diese Plattform kann sowohl durch Transaktionsgebühren als auch durch den Verkauf von Zusatzdiensten Einnahmen generieren.
  6. Digitale Dienstleistungen zu physischen Produkten
    Ein Unternehmen, das physische Produkte verkauft, kann ergänzende digitale Dienstleistungen anbieten, z. B. Anleitungen, Tutorials oder personalisierte Empfehlungen, um den Kundenwert zu erhöhen.
  7. Crowdsourcing und Kollaboration
    Unternehmen können Kunden oder die breite Öffentlichkeit in den Entwicklungsprozess von Produkten oder Dienstleistungen einbeziehen. Dadurch können Ideen und Innovationen aus verschiedenen Quellen gewonnen werden.

Handlungsleitfaden als Unterstützung bei der Einführung Hybrider Geschäftsmodelle

Hybride Geschäftsmodelle sind flexibel und ermöglichen es Unternehmen, auf sich ändernde Marktbedingungen und Kundenanforderungen einzugehen.
Der „Change“ auf hybride Geschäftsmodelle stellt Betriebe aber auch vor Herausforderungen, denn die Einführung erfordert eine zunehmende Digitalisierung und geht mit zahlreichen weiteren Veränderungen im Betrieb einher.

Um Betriebe zu befähigen, diese Umstellung (bzw. Erweiterung des Angebots) erfolgreich zu meistern, hat das Projekt AnGeWaNt des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. (ifaa) einen interaktiven Handlungsleitfaden mit hilfreichen Werkzeugen, Methoden und Hinweisen entwickelt. Modell in dem Forschungsprojekt waren drei reale Unternehmen, die ihre Produkt-basierten Geschäftsmodelle um digitale Dienste erweitert haben.

Welche Informationen findest du in dem Leitfaden?

Der Leitfaden soll den Unternehmen bei der Einführung des neuen Geschäftsmodells dienen und helfen, den Wechsel erfolgreich zu gestalten:

  • Hybride Geschäftsmodelle – Entwicklung und Beispiele aus der Praxis: Drei Methoden der Geschäftsmodellentwicklung wurden im Projekt entwickelt und erfolgreich getestet.
    Im Leitfaden finden Betriebe Anregungen aus der Praxis sowie einen Verweis auf die kostenfreien Anleitungen zur Durchführung der Methoden.
  • Change – Instrumente zur Gestaltung des Veränderungsprozesses:
    Hybridisierung geht mit zahlreichen Veränderungen einher, die von der Belegschaft getragen und mitgestaltet werden müssen.
    Der Leitfaden gibt Betrieben Instrumente an die Hand, um die anstehenden Veränderungen zu erfassen und gemeinsam mit ihren Beschäftigten den Changeprozess zu gestalten.
  • Anpassung von Prozessen an die datenbasierte Wertschöpfung:
    Wenn sich das Geschäftsmodell verändert und zusätzlich datenbasierte Dienste angeboten werden sollen, können sich bestehende Arbeitsabläufe und Schnittstellen verändern.
    Im Leitfaden finden sich Methoden, die helfen, alteingesessene Prozesse auf den Prüfstand zu stellen und neu zu denken.
  • Kompetenzlücken ergründen und füllen:
    Der Leitfaden hilft mit Analysemethoden, Workshopanleitungen und Kompetenzchecks neu entstehende Anforderungen an Beschäftigte in verschiedenen Arbeitsbereichen aufzuspüren.

Handlungsleitfaden „Hybride Geschäftsmodelle erfolgreich im Unternehmen einführen“

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