Mit der Hansetum feierte am 5. Februar 2026 ein neues Veranstaltungsformat seine Premiere in Rostock. In der Zentrale der Ostseesparkasse kamen zahlreiche Gründer:innen, junge Unternehmer:innen sowie Führungskräfte etablierter Unternehmen zusammen.
Auch wenn GründerMV selbst nicht vor Ort war, lässt sich anhand von Eindrücken aus Social Media und Veranstaltungsberichten ein klares Bild zeichnen: Die Hansetum traf einen Nerv.
Neues Gipfelformat für Unternehmertum
in MV
Zur ersten Hansetum hatten gleich mehrere Akteure eingeladen: die Wirtschaftsjunioren Rostock, der Unternehmerverband Rostock und die Gründungswerft.
Ziel des neuen Gipfelformats ist es, Menschen mit frischen Geschäftsideen gezielt mit erfahrenen Unternehmer:innen und Führungskräften zusammenzubringen. Der große Andrang bei der Premiere deutet darauf hin, dass es für genau diesen Austausch in Mecklenburg‑Vorpommern einen echten Bedarf gibt.
Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Blank besuchte die Veranstaltung und unterstrich damit die Bedeutung von Gründung, Unternehmertum und Nachfolge für den Wirtschaftsstandort MV.
Pitch Contest, Speed-Dating und Nachfolge als Kernthemen
Inhaltlich setzte die Hansetum auf mehrere Bausteine, die sich besonders an Gründer:innen und unternehmerisch Interessierte richteten:
- Hansetum Pitch Contest: Einer der Höhepunkte des Abends. Hier standen unternehmerischer Mut, Innovationsgeist und überzeugende Präsentationen im Mittelpunkt. Gründer:innen konnten ihre Ideen vorstellen und sich einem direkten Feedback stellen.
- Speed-Dating-Runden: In zwei kurzen, intensiven Networking‑Formaten ging es darum, gezielt neue Kontakte zu knüpfen – über Branchen‑ und Erfahrungsgrenzen hinweg.
- Unternehmensnachfolge: Ein Thema, das in Mecklenburg‑Vorpommern zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Hansetum griff den Generationswechsel in Unternehmen bewusst auf und brachte potenzielle Nachfolger:innen mit etablierten Betrieben ins Gespräch.
Einordnung: Warum die Hansetum ein wichtiges Signal setzt
Die Hansetum zeigt, dass sich die Gründungs‑ und Unternehmerszene in MV weiter professionalisiert. Auffällig ist der Fokus auf Vernetzung statt Selbstdarstellung. Statt reiner Impulsvorträge standen Austausch, Begegnung und konkrete Anknüpfungspunkte im Vordergrund.
Gerade die Verbindung von jungen Gründer:innen mit erfahrenen Unternehmer:innen ist ein Ansatz, der zwei aktuelle Herausforderungen adressiert:
- den Bedarf an frischen Ideen und Innovationen
- und die Frage, wie bestehende Unternehmen zukunftsfähig weitergeführt werden können
Damit positioniert sich die Hansetum weniger als klassische Messe, sondern als Plattform für Dialog und langfristige Kooperationen.
Stimmen und Stimmungen von LinkedIn
Die Rückmeldungen auf LinkedIn zeichnen insgesamt ein breites, aber differenziertes Bild der Hansetum‑Premiere. Eine Vielzahl an Beiträgen stammen von Beteiligten oder Mitwirkenden und spiegeln entsprechend vor allem persönliche Eindrücke wider. Übergreifend lassen sich daraus dennoch einige wiederkehrende Beobachtungen ableiten.
Mehrfach wurde der Mix der Teilnehmenden hervorgehoben: Start-ups, Gründer:innen, etablierte Unternehmer:innen sowie Vertreter:innen aus Finanzierung und Wirtschaftsförderung trafen in einem kompakten Format aufeinander. Die Zahl von rund 180 bis 200 Gästen wurde dabei weniger als Selbstzweck bewertet, sondern als Hinweis darauf, dass ein solches Gipfelformat auf Interesse stößt.
Der Pitch Contest wurde in mehreren Beiträgen als prägnantes Element beschrieben – insbesondere wegen der kurzen, klar strukturierten Pitches und der Möglichkeit, direktes Feedback zu erhalten. Aus Gründer:innen‑Sicht wurde dabei vor allem die Sichtbarkeit betont, weniger der Wettbewerbscharakter selbst. Ergänzend wurden Formate wie Speed‑Dating, Fishbowl‑Diskussionen und Podcast‑Aufzeichnungen als niedrigschwellige Zugänge für Austausch genannt.
Inhaltlich kristallisierten sich drei Themen heraus, die auch von institutioneller Seite betont wurden: Gründung, Finanzierung und Unternehmensnachfolge. Gerade das Thema Nachfolge wurde von mehreren Akteur:innen als wirtschaftlich relevant eingeordnet – nicht nur für einzelne Betriebe, sondern für den Standort insgesamt.
Auffällig ist zudem der wiederholt formulierte Anspruch, größer zu denken und junge Unternehmen frühzeitig mit etablierten Akteuren zusammenzubringen. Einzelne Stimmen beschrieben dies als notwendigen Perspektivwechsel für Mecklenburg‑Vorpommern, verbanden diesen Anspruch jedoch zugleich mit dem Hinweis, dass nachhaltige Effekte erst im weiteren Verlauf sichtbar werden.
Wie bereits in anderen Rückmeldungen angedeutet, wurde die Wirkung der Veranstaltung weniger laut, sondern eher schrittweise und im Kleinen beschrieben: neue Kontakte, erste Kooperationsideen und ein besseres Verständnis für die jeweils andere Seite. Diese zurückhaltende, pragmatische Herangehensweise wurde von Beteiligten als typisch „hanseatisch“ eingeordnet.
Was Gründer:innen aus der Hansetum mitnehmen können
Auch für Gründer:innen, die nicht dabei waren, lassen sich aus der Premiere einige Erkenntnisse ableiten:
- Netzwerken bleibt zentral
Persönliche Kontakte – ob in Speed-Dating-Formaten oder bei Pitch‑Events – sind weiterhin einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Veranstaltungen wie die Hansetum schaffen dafür gezielt Raum.
- Pitch‑Fähigkeiten sind entscheidend
Wer seine Idee klar, verständlich und überzeugend präsentieren kann, verschafft sich Vorteile – nicht nur bei Wettbewerben, sondern auch im Gespräch mit potenziellen Partner:innen oder Investor:innen.
- Unternehmensnachfolge bietet Chancen
Gründen heißt nicht immer Neugründung. Die gezielte Ansprache von Nachfolge‑Themen zeigt: Für Gründer:innen kann auch die Übernahme eines bestehenden Unternehmens ein attraktiver Weg sein.
- Sichtbarkeit entsteht durch Präsenz
Der große Zuspruch zur Veranstaltung macht deutlich, dass es sich lohnt, bei neuen Formaten früh dabei zu sein – sowohl zur eigenen Positionierung als auch zum Aufbau belastbarer Netzwerke.
Fazit
Die erste Hansetum in Rostock hat sich als vielversprechender Auftakt für ein neues Gipfelformat des Unternehmer‑ und Gründertums in Mecklenburg‑Vorpommern erwiesen.
Mit ihrem Fokus auf Vernetzung, Pitch‑Kultur und Nachfolge‑Themen setzt sie inhaltliche Akzente, die für Gründer:innen ebenso relevant sind wie für etablierte Unternehmen.
Sollte das Format weitergeführt werden, könnte es sich zu einem festen Treffpunkt der Wirtschaftsszene im Land entwickeln.
Du interessierst dich für Gründung, Nachfolge oder Unternehmertum in Mecklenburg‑Vorpommern?
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Hinweis: Der Beitrag basiert auf nachträglicher redaktioneller Auswertung von Veranstaltungsinformationen und Social‑Media‑Eindrücken.
Titelbild: Erstellt von VTM unter Verwendung von Fotos der Gründungswerft e. V., der Wirtschaftsförderung Landkreis Rostock GmbH sowie des Unternehmerverbands Rostock‑Mittleres Mecklenburg e. V.

