So boten 2025 laut einer Umfrage von Bitkom etwa 58 Prozent der Betriebe ihren Beschäftigten die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Allerdings gab es in den Vorjahren schon höhere Werte, denn nicht immer war Homeoffice "von Erfolg" gekrönt.
Um Homeoffice wirklich effektiv zu nutzen, braucht man vor allem eine gute Strategie. Denn die hybride Arbeit in Präsenz und im Homeoffice hat natürlich jeweils situationsbezogene Vor- und Nachteile. Welche das sind und wie man damit umgeht, kannst du nachfolgend nachlesen.
Vorteile beim Arbeiten im Homeoffice
- Deine Beschäftigte sparen Fahrzeiten und -kosten.
- Sie können zudem aufgrund der höheren zeitlichen Flexibilität Beruf und Privatleben besser vereinbaren.
- Für Beschäftigte mit Einschränkungen verbessert sich die Möglichkeit, am Arbeitsmarkt teilzunehmen, denn das Zuhause ist in der Regel bereits bestimmten Bedürfnissen angepasst.
- Du kannst ortsunabhängig rekrutieren. Das erleichtert die Suche nach Fachkräften erheblich.
- Dein Unternehmen hat eventuell geringere Grundkosten für Büroräume oder Ausstattung sowie geringere Kosten für die Strom- und Wasserversorgung.
- Das Vertrauen in selbstständiges Arbeiten wirkt wertschätzend und zufriedene Mitarbeitende wechseln seltener die Arbeitsstelle.
- Und natürlich profitiert auch die Umwelt durch ein vermindertes Verkehrsaufkommen oder weniger klimatisierte Büroflächen.
Nachteile beim Arbeiten im Homeoffice
- Das Arbeiten im Homeoffice kann durchaus dazu führen, dass der Teamzusammenhalt “bröckelt” und auch die Bindung an dein Unternehmen könnte leiden.
- Wie sieht es außerdem mit dem Datenschutz im Home-Office aus, vor allem, wenn deine Mitarbeiter mit sensiblen Daten arbeiten?
- Für deine Beschäftigten kann sich die Arbeit im Homeoffice ohne persönliche Kontakte zu den Kollegen und Vorgesetzten negativ auswirken, denn bestimmte Entwicklungen oder Stimmungen im Unternehmen bekommt man eben nur im persönlichen Gespräch (und wenn es der “Pausentratsch” ist) mit.
- Und auch der zwanglose Austausch von Ideen oder die Hilfe bei Problemlösungen ist gemeinsam vor Ort oft einfacher und schneller zu lösen.
- Einarbeitung und Wissensweitergabe sind auf Distanz komplexer. Lernen durch Beobachtung entfällt weitgehend.
- Erfolge werden weniger wahrgenommen als im Büro. Das kann sich negativ auf die Zufriedenheit der Beschäftigten auswirken.
- Beschäftigte im Homeoffice neigen dazu, die Grenze zwischen dienstlicher und privater Zeit nicht mehr klar zu ziehen und im Extremfall sogar auf eine Krankschreibung zu verzichten (denn sie sind ja sowieso Zuhause) und versuchen, ihre Erkrankung “nebenbei” auszukurieren.
Was macht eine erfolgreiche Homeoffice-Strategie aus?
Eine erfolgreiche Homeoffice-Strategie fordert beide Seiten. Nachfolgend ein paar Vorschläge, wie es in deinem Unternehmen gut laufen kann.
- Für dich als Arbeitgeber:in
- alle nötigen technischen und sonstigen Mittel zur Verfügung stellen (wichtig: Datensicherheit nicht vergessen!)
- alle arbeitsrechtlichen Fragen und Ansprüche vorab klären
- Vereinbarungen zu erwarteter Arbeitsleistung treffen
- praktische Umsetzbarkeit von Aufgaben abklären
- Arbeits- und Pausenzeiten regeln
- Kommunikationswege und Erreichbarkeit klären
- regelmäßige virtuelle Meetings oder Telefonkonferenzen (z. B. tägliche Morgen-Telefonkonferenz) organisieren
- Raum für persönlichen informellen Austausch oder Problemlösung auch außerhalb der festen Termine schaffen
- regelmäßige Treffen im Unternehmen planen
- Und „last, but not least“: Deinen Beschäftigten ab und zu auch Wertschätzung und/oder Verständnis für die speziellen Probleme im Homeoffice zeigen – das stärkt die Bindung an das Unternehmen!
(Vielleicht mit einem Betriebsausflug?)
- Für deine Arbeitnehmer:innen
- eine gewissen Routine für den Tagesablauf festlegen
- auch Zuhause feste Arbeitszeiten einhalten
- Ziele für den Tag klären
- Ablenkungen ausschalten, wenn möglich einen separaten Arbeitsplatz abtrennen
- regelmäßige Pausen einlegen, sich zwischendurch bewegen und gesund ernähren
- offene Fragen mit der Firma bzw. Kolleg*innen rechtzeitig klären und auch Probleme ansprechen
- regelmäßige Treffen im Unternehmen nutzen
Weil auch die Gesundheit deiner Beschäftigten wichtig ist
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat im Rahmen des Programms ARBEIT: SICHER + GESUND (ASUG) umfassende arbeitsrechtliche und arbeitsschutzrechtliche Empfehlungen zur Gestaltung gesunder hybrider Bildschirmarbeit erarbeitet:
"BMAS-Empfehlungen für gute hybride Bildschirmarbeit"

