BGM und BEM für Gründerinnen und Gründer sind Themen, die in Gesprächen mit der GründerMV‑Community immer häufiger sichtbar werden. Auslöser sind meist konkrete Situationen: Eine Mitarbeiterin fällt länger aus, das Team fängt Mehrarbeit auf oder es entsteht Unsicherheit darüber, was rechtlich richtig und menschlich angemessen ist.
Es zeigt sich, dass Fragen rund um Gesundheit im Unternehmen früher relevant werden als gedacht – oft ohne vorbereitet zu sein.
Dabei geht es weniger um komplexe Konzepte als um pragmatische Entscheidungen im Alltag. Was bedeutet es, als kleines Unternehmen Verantwortung für Gesundheit zu übernehmen? Und wo liegen die Unterschiede zwischen Prävention und Pflichtaufgaben?
BGM und BEM: Was steckt hinter den Begriffen?
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) umfasst alle Maßnahmen, die darauf abzielen, die Gesundheit von Beschäftigten zu fördern. Dazu zählen zum Beispiel Arbeitsorganisation, Führung, Kommunikation oder präventive Angebote zur Stressreduktion. Für kleine Unternehmen bedeutet BGM nicht automatisch Programme oder Zertifizierungen, sondern vor allem bewusste Entscheidungen im Arbeitsalltag.
Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) greift dann, wenn Mitarbeitende innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen arbeitsunfähig waren. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind in diesem Fall verpflichtet, ein BEM anzubieten. Ziel ist es, gemeinsam zu klären, wie eine Rückkehr an den Arbeitsplatz gelingen kann und wie erneute Ausfälle vermieden werden.
In der Praxis kleiner Unternehmen verschwimmen diese Themen häufig. Dennoch lohnt eine klare Unterscheidung: BGM ist freiwillig und präventiv, BEM ist verpflichtend und reaktiv.
Warum das Thema gerade jetzt in der GründerMV‑Community auftaucht
In einigen Gesprächen zeigt sich, dass BGM und BEM kein strategisches Zukunftsthema sind, sondern aus dem Tagesgeschäft heraus entstehen.
Typische Gründe sind:
- wachsende Teams ohne mitwachsende Strukturen
- krankheitsbedingte Ausfälle, die kaum kompensierbar sind
- Mehrfachrollen von Gründerinnen und Gründern als Führungskraft, Fachperson und Organisationstalent
- Unsicherheit im Umgang mit sensiblen Gesprächen rund um Gesundheit
Gerade in kleinen Teams wirken sich Ausfälle unmittelbar aus. Gleichzeitig besteht der Anspruch, fair und verantwortungsvoll zu handeln – ohne zusätzliche Belastung für alle Beteiligten.
BGM und BEM: Was wirklich relevant ist
Für Gründerinnen, Gründer und junge Unternehmende geht es nicht darum, sofort formale Systeme einzuführen. Entscheidender sind drei grundlegende Fragen:
- Prävention: Sind Arbeitszeiten, Aufgabenverteilung und Erwartungen realistisch?
- Kommunikation: Gibt es Raum für Gespräche über Belastung, bevor es zu Ausfällen kommt?
- Rechtsklarheit: Ist bekannt, wann ein BEM angeboten werden muss und wie ein solches Verfahren aussieht?
Bereits klare Zuständigkeiten, transparente Kommunikation und frühe Information können viel bewirken. Externe Unterstützung kann dabei helfen, ohne eigene personelle Ressourcen zu binden.
Verantwortung wächst mit dem Team
Gesundheit im Unternehmen entsteht nicht erst ab einer bestimmten Größe. Sie ist Teil der Führungsrolle – vom ersten Mitarbeitenden an. Wer sich früh mit BGM und BEM auseinandersetzt, schafft Orientierung für sich selbst und für das Team. Nicht als zusätzliches Regelwerk, sondern als Bestandteil von Unternehmensorganisation und Verantwortung im Gründungsalltag.
Gleichzeitig zeigt sich in einigen Gesprächen: Junge Unternehmen stehen bei diesen Themen weniger vor einem Wissensproblem als vor einem Orientierungsproblem.
Begriffe wie BEM sind schnell erklärt – schwieriger ist die Frage, was das konkret für das eigene Unternehmen bedeutet, wo man anfangen sollte und wer dabei unterstützen kann. Gerade weil BGM und BEM keine klassischen Gründungsthemen sind, fehlen oft feste Ansprechpartner:innen.
Hier können Gründungsberatungsstellen eine wichtige Rolle spielen. Sie unterstützen nicht nur bei Businessplan oder Finanzierung, sondern auch dabei, neue Themen einzuordnen, den eigenen Handlungsbedarf zu klären und gegebenenfalls an spezialisierte Stellen weiterzuverweisen.
Für Gründerinnen und Gründer in Mecklenburg‑Vorpommern bietet GründerMV eine Übersicht über kostenlose Gründungsberatungen in allen Regionen – ein sinnvoller erster Anlaufpunkt, um Fragen rund um Verantwortung als Arbeitgeberin und Arbeitgeber strukturiert anzugehen.
Du stehst vor Fragen rund um Gesundheit im Team? Nutze die Beratungsangebote in deinem Umfeld, sprich frühzeitig über Unsicherheiten – und tausche dich in der GründerMV‑Community aus. Viele stehen vor ähnlichen Herausforderungen.

