Unternehmensnachfolge bei ENOC Industrietechnik in Neustrelitz

Bei ENOC Industrietechnik ist die Unternehmensnachfolge gelungen: Wie Bernd Witak den Betrieb an Tony Kowalewski übergab und welche Faktoren den Übergang erfolgreich machten.

Zuletzt aktualisiert: 11.06.2026
Bernd Witak und Tony Kowalewski besiegeln die Unternehmensnachfolge bei ENOC Industrietechnik mit einem Handschlag

Die Unternehmensnachfolge bei ENOC Industrietechnik in Neustrelitz zeigt beispielhaft, wie eine frühzeitige Planung, Vertrauen und professionelle Begleitung dazu beitragen können, Traditionsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern.

Mit der erfolgreichen Übergabe bleibt das Unternehmen nicht nur ein verlässlicher Partner für seine Kundinnen und Kunden, sondern auch ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.

Vom Familienbetrieb zum spezialisierten Servicedienstleister

Die Geschichte von ENOC Industrietechnik reicht bis ins Jahr 1991 zurück. Damals gründete der Vater des bisherigen Inhabers Bernd Witak den Betrieb in Neustrelitz aus einem ehemaligen Volkseigenen Betrieb (VEB) heraus – ein Schritt, der mit erheblichem unternehmerischem Risiko verbunden war.

Mit dem Einstieg von Bernd Witak im Jahr 1995 entwickelte sich das Unternehmen konsequent weiter: Vom reinen Händler industrietechnischer Komponenten hin zu einem spezialisierten Servicedienstleister. Heute liegt der Fokus auf Förderbändern, Antriebsriemen sowie individuellen Problemlösungen und Sonderanfertigungen.

Mit aktuell drei Mitarbeitenden zählt ENOC zwar zu den kleineren Betrieben – doch genau diese Strukturen machen ihn zu einem flexiblen und geschätzten Partner in der Industrie.

Strukturierter Weg zur passenden Unternehmensnachfolge

Um die Zukunft des Betriebs frühzeitig zu sichern, wandte sich Bernd Witak im Juni 2023 an die Nachfolgezentrale MV.
Ziel: Eine passende Nachfolge finden und den Übergabeprozess strukturiert vorbereiten.

Der entscheidende Kontakt entstand im März 2025, als sich Tony Kowalewski auf der Suche nach einem geeigneten Unternehmen ebenfalls an die Nachfolgezentrale wandte. Bereits einen Monat später wurden beide Parteien zusammengebracht – mit Erfolg.

Am 1. November 2025 wurde die Unternehmensnachfolge schließlich offiziell abgeschlossen.

„Ziel war es, rechtzeitig eine geeignete Lösung zu finden und den Übergang strukturiert vorzubereiten“, so Witak.

Auch Angela Bösche von der Nachfolgezentrale MV betont die Bedeutung solcher Prozesse: Etablierte Betriebe sollen in der Region gehalten und ihre Erfolgsgeschichten fortgeschrieben werden.

Nachhaltigkeit als gemeinsames Zukunftskonzept

Neben der fachlichen Kompetenz stimmte von Anfang an auch die persönliche Ebene zwischen Übergeber und Nachfolger. Das Ziel: den Betrieb in bewährter Form weiterführen und gleichzeitig neue Impulse setzen.

Ein besonderer Fokus liegt künftig auf nachhaltigem Wirtschaften. Statt auf kurzfristige Lösungen zu setzen, sollen Anlagen weiterhin repariert und instandgesetzt werden. Das spart Ressourcen und sorgt für langlebige industrielle Lösungen – ein wichtiger Trend in der Branche.

Ein Nachfolger mit regionaler Verbundenheit

Mit Tony Kowalewski übernimmt ein Unternehmer, der tief in der Region verwurzelt ist. Neben seiner Tätigkeit bei ENOC ist er bereits in einem Familienunternehmen in verantwortlicher Position tätig und zudem geschäftsführender Gesellschafter der Marke „Finelly’s“, über die er Speiseeis vertreibt.

Seine Motivation ist klar: „Als in der Region verwurzelter Unternehmer ist es mir ein besonderes Anliegen, erfolgreiche Betriebe vor Ort zu erhalten.“

Langfristig verfolgt Kowalewski das Ziel, eine Unternehmensgruppe aufzubauen und Synergien zwischen verschiedenen Betrieben zu schaffen. Die aktive Suche nach Nachfolgemöglichkeiten ist dabei ein zentraler Bestandteil seiner Strategie.

Starke Partner sichern den Erfolg der Übergabe

Die erfolgreiche Unternehmensnachfolge wurde durch starke Finanzierungspartner unterstützt. Die Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern (BMV) sowie die Raiffeisenbank Mecklenburger Seenplatte eG begleiteten das Vorhaben finanziell und strategisch.

„Wir freuen uns, tragfähige Konzepte zu unterstützen und damit zur Sicherung von Arbeitsplätzen beizutragen“, so Daniel Schulze von der BMV.

Erfolgreiche Unternehmensnachfolge als Zukunftsmodell

Die Unternehmensnachfolge bei ENOC Industrietechnik zeigt, wie ein gelungener Übergang nicht nur ein Unternehmen rettet, sondern auch regionale Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze sichert. Entscheidend sind dabei eine frühzeitige Planung, die passende Vermittlung und ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen.

Tipps zur erfolgreichen Unternehmensnachfolge

Zum Abschluss die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Nachfolge:

  • Frühzeitig starten: Beginne mehrere Jahre vor der geplanten Übergabe mit der Suche nach einem Nachfolger.
  • Professionelle Unterstützung nutzen: Institutionen wie die Nachfolgezentrale MV helfen bei Vermittlung und Struktur.
  • Offen kommunizieren: Klare Erwartungen und Transparenz erleichtern den Übergabeprozess.
  • Auf die Chemie achten: Neben fachlichen Qualifikationen zählt vor allem das persönliche Vertrauen.
  • Übergangsphase einplanen: Eine gemeinsame Einarbeitung erleichtert den Einstieg für den Nachfolger.
  • Finanzierung sichern: Frühzeitig Partner wie Banken oder Bürgschaftsbanken einbinden.
  • Zukunft mitdenken: Nachhaltigkeit, Innovation und Weiterentwicklung sollten Teil der Übernahmestrategie sein.

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Titelbild: Bernd Witak (l.) und Tony Kowalewski besiegeln die Unternehmensnachfolge bei ENOC Industrietechnik in Neustrelitz. ©ENOC, frgst. u. bearb. v. VTM.