
Die Stimmung in den kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland verbessert sich weiter. Das zeigt das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer für September 2026.
Geschäftsklima steigt weiter
Zum fünften Mal in Folge ist das Geschäftsklima gestiegen. Dabei bewerten die Unternehmen nicht nur ihre aktuelle Lage besser, sondern blicken auch zuversichtlicher auf die kommenden Monate.
Das Geschäftsklima der mittelständischen Unternehmen verbesserte sich im September um 4,3 Punkte auf – 8,1 Punkte. Damit erreicht der Indikator seinen höchsten Stand seit Mai 2023.
Trotz der positiven Entwicklung liegt er aber weiterhin unter seinem langfristigen Durchschnitt. Die KfW wertet die Entwicklung dennoch als Zeichen dafür, dass die wirtschaftliche Erholung zunehmend an Breite gewinnt.
Dabei fällt auf: Die Erwartungen entwickeln sich stärker als die Einschätzung der aktuellen Lage. Mittelständische Unternehmen rechnen also zunehmend damit, dass sich ihre Geschäfte in den kommenden sechs Monaten verbessern.
Industrie gibt wichtige Impulse
Besonders deutlich hat sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe verbessert. Auch im Dienstleistungssektor sowie im Groß- und Einzelhandel zeigt die Entwicklung nach oben. Im Bauhauptgewerbe fiel die Verbesserung dagegen deutlich geringer aus. Damit ist die Aufhellung über weite Teile des Mittelstands zu beobachten.
Die positive Entwicklung findet allerdings trotz weiterhin bestehender Belastungen statt. Dazu zählen unter anderem hohe Energiepreise, steigende Zinsen und politische Unsicherheiten im In- und Ausland.
Exportaussichten verbessern sich
Ein weiterer Lichtblick sind die Exporterwartungen der mittelständischen Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe. Sie liegen im September erstmals seit Februar 2022 wieder über ihrem langfristigen Durchschnitt. Das deutet auf eine verbesserte Einschätzung der internationalen Absatzmöglichkeiten hin.
Für Unternehmen, die bereits international tätig sind oder eine Expansion ins Ausland planen, kann diese Entwicklung interessant sein. Sie bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sich die Exportgeschäfte jedes einzelnen Unternehmens verbessern werden.
Auch beim Personal gibt es Bewegung
Verbessert haben sich außerdem die Beschäftigungserwartungen. Bei den mittelständischen Unternehmen sind sie bereits den dritten Monat in Folge gestiegen. Die KfW sieht darin einen Hinweis darauf, dass die Kapazitätsauslastung zunimmt und Unternehmen wieder stärker mit wachsendem Geschäft rechnen. Auch Investitionsvorhaben könnten dadurch konkreter werden.
Was bedeutet das für Gründer:innen?
Das Mittelstandsbarometer liefert zwar keine Prognose für einzelne Unternehmen. Es zeigt aber, wie sich die Stimmung in einem wichtigen Teil der deutschen Wirtschaft entwickelt.
Für Gründer:innen und junge Unternehmen ist vor allem eines interessant: Nach einer längeren Phase wirtschaftlicher Unsicherheit nehmen Zuversicht und Zukunftserwartungen wieder zu.
Das kann bessere Rahmenbedingungen für Investitionen, Neueinstellungen und die Erschließung neuer Märkte schaffen.
Gerade für Gründer:innen kann eine bessere wirtschaftliche Stimmung bedeuten, dass potenzielle Kund:innen wieder eher bereit sind, in neue Produkte, Dienstleistungen oder Lösungen zu investieren.
Auch für Gründungsinteressierte kann die Entwicklung interessant sein: Wenn Unternehmen wieder stärker investieren und ihre Beschäftigung ausweiten wollen, können daraus neue Geschäftsmöglichkeiten entstehen – etwa als Dienstleister, Zulieferer oder Anbieter digitaler und innovativer Lösungen.
Von einer vollständigen Entspannung kann dennoch noch keine Rede sein. Der Geschäftsklimaindikator liegt weiterhin unter seinem langfristigen Durchschnitt.
Für Gründer:innen bleibt es deshalb wichtig, die eigene Geschäftsidee realistisch zu planen, die Entwicklung der Nachfrage im eigenen Markt genau zu beobachten und finanzielle Spielräume für eine weiterhin wechselhafte wirtschaftliche Entwicklung einzuplanen.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die positive Entwicklung des Mittelstands stabilisiert.
Zum KfW-ifo-Mittelstandsbarometer September 2026 (PDF)
Barbara Behr

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