Steuern für Influencer: Was du wissen musst

Steuern für Influencer – was zählt als Einnahme, welche Pflichten gelten und worauf du beim Start achten musst. Ein kompakter Überblick für alle, die mit Content Geld verdienen und steuerlich sicher aufgestellt sein wollen.

Zuletzt aktualisiert: 28.08.2025
Influencerin steht vor Kamera und spricht in Mikrofon, während sie einen Vlog aufnimmt – professionelles Setting mit Ringlicht und Laptop im Hintergrund.

Steuern für Influencer/innen sind ein Thema, das oft unterschätzt wird – dabei gestalten Influencer/innen und Content Creator/innen digitale Trends, erreichen tausende Menschen und verdienen mit Content Geld, sei es über Werbung, Sponsorings oder Plattformen wie Patreon.

Ob du als Influencerin auf Instagram aktiv bist oder als Content Creator auf YouTube, Twitch oder in Podcasts – sobald Einnahmen fließen, gelten steuerliche Pflichten. Das gilt unabhängig davon, ob die Tätigkeit hauptberuflich oder nebenbei erfolgt.

Steuern für Influencer: Was zählt als Einnahme?

Vielzählige Creator/innen erhalten nicht nur Geld, sondern auch Sachleistungen – etwa Produkte, Gutscheine oder Reisen. Sobald diese im Zusammenhang mit der Tätigkeit stehen, gelten sie als steuerpflichtige Einnahmen.

Dazu gehören:

  • Produktplatzierungen und Sponsorings
  • Affiliate-Links und Rabattcodes
  • Merchandise-Verkäufe
  • Spenden über Patreon oder Wunschlisten
  • Preisgelder, Coachings und Webinare

Die Faustregel lautet: Wer als Influencer/in etwas erhält – ob Geld oder Sachwert – muss es steuerlich erfassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine direkte Gegenleistung erfolgt.

Welche Steuerarten greifen?

Sobald Einnahmen regelmäßig fließen, gelten Influencer/innen und Creator/innen steuerlich als Unternehmerinnen bzw. Unternehmer.

Je nach Höhe und Struktur der Einnahmen können drei Steuerarten relevant werden:

  • Einkommensteuer: Wer mehr verdient als den jährlichen Grundfreibetrag, muss Einkommensteuer zahlen. Die Tätigkeit gilt in der Regel als gewerblich, wenn eine Gewinnerzielungsabsicht besteht. Der Gewinn wird über die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ermittelt und in der Anlage G angegeben.
  • Gewerbesteuer: Liegt der Gewinn über 24.500 Euro im Jahr, fällt Gewerbesteuer an. Dafür ist eine Anmeldung beim Gewerbeamt notwendig. Unterhalb dieser Grenze bleibt die Steuerpflicht aus.
  • Umsatzsteuer: Wer regelmäßig Einnahmen erzielt, gilt als umsatzsteuerpflichtig. Die Kleinunternehmerregelung greift, wenn der Umsatz im Vorjahr unter 25.000 Euro und im laufenden Jahr unter 100.000 Euro liegt. Wird diese Grenze überschritten, müssen Umsatzsteuer-Voranmeldungen und eine Jahreserklärung abgegeben werden.

Steuern für Influencer: Was beim Start wichtig ist

Wer als Influencer/in oder oder Content Creator/in startet, muss innerhalb eines Monats den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen und über ELSTER an das Finanzamt übermitteln. Diese Pflicht gilt unabhängig vom Umfang der Tätigkeit. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit dem Finanzamt hilft, Fehler zu vermeiden und die richtige Einstufung zu klären.

Auch Einnahmen aus Kooperationen, Affiliate-Links oder Produktplatzierungen gelten als steuerpflichtig. Wer frühzeitig Buchhaltung und Belegsammlung organisiert, spart später Zeit und Nerven.

Zudem lohnt es sich, von Beginn an ein separates Geschäftskonto zu nutzen, um private und berufliche Ausgaben klar zu trennen.

Regionale Besonderheiten in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern sind eine Vielzahl an Influencer/innen und Creator/innen in ländlichen Regionen aktiv. Oft beginnt die Tätigkeit als Hobby, entwickelt sich aber schnell zu einem ernsthaften Nebenerwerb. Gerade hier besteht Unsicherheit über steuerliche Pflichten – insbesondere bei Sachleistungen oder unregelmäßigen Einnahmen.

Zum Glück gibt es vor Ort zahlreiche Angebote, die beim Einstieg in die Selbstständigkeit und beim Thema Steuern unterstützen:

  • GründerMV bietet praxisnahe Informationen, Artikel und Tools speziell für Gründer/innen im digitalen Bereich.
  • Die Digitalen Innovationszentren in Schwerin, Greifswald und weiteren Standorten in MV sind Teil des Digitalen Innovationsraums. Sie unterstützen Gründer/innen, KMU und digitale Solo-Selbstständige mit Beratung, Netzwerken und praxisnahen Angeboten rund um Digitalisierung und Geschäftsmodellentwicklung.
  • Die Gründungswerft Mecklenburg-Vorpommern vernetzt Start-ups und Solo-Selbstständige und schafft Zugang zu Mentoring und Expert/innen.
  • Die IHKs in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg beraten kostenfrei zu Gewerbeanmeldung, steuerlichen Pflichten und Businessplanung.
  • Das Landesförderinstitut MV (LFI) informiert über Förderprogramme für Gründer/innen – auch für Einzelunternehmer/innen im digitalen Bereich.
  • Über die Plattform Weiterbildung MV finden sich Kurse zu Buchhaltung, Steuerrecht und digitalen Geschäftsmodellen.
  • Auch die Gründungszentren an Hochschulen wie der Universität Rostock und der Universität Greifswald sowie an den Hochschulen in Wismar, Stralsund und Neubrandenburg unterstützen Studierende und Alumni bei der Entwicklung digitaler Geschäftsideen – mit Workshops, Beratung und Zugang zu Netzwerken.

Diese regionalen Angebote helfen dabei, steuerliches Basiswissen aufzubauen, rechtliche Stolperfallen zu vermeiden und die eigene Tätigkeit als Influencer/in oder Content Creator/in professionell aufzustellen.

Fazit: Steuer-Know-how schafft Sicherheit

Steuern sind kein Randthema, sondern Teil unternehmerischer Verantwortung. Wer Einnahmen erzielt, sollte sich frühzeitig informieren und die eigenen Pflichten kennen. So entsteht nicht nur rechtliche Sicherheit, sondern auch eine solide Grundlage für langfristigen Erfolg.

Weiterführende Infos und Einstiegshilfe

Du möchtest als Influencer/in oder Content Creator/in durchstarten und deine Selbstständigkeit richtig planen? Dann wirf einen Blick auf den Artikel Influencer werden – so klappt es mit der Selbstständigkeit auf GründerMV.

Dort erfährst du, wie du deine Tätigkeit strukturiert aufbaust und was du beim Business Planning beachten solltest.

Für steuerliche Fragen bietet das Finanzamt NRW eine praxisnahe Übersicht speziell für Influencer/innen. Auch wenn du in Mecklenburg-Vorpommern aktiv bist, findest du dort wertvolle Hinweise, die bundesweit gelten und dir helfen, steuerlich gut aufgestellt zu sein.