Der Female Founders Monitor 2025 ist eine gemeinsame Studie von Startup-Verband und der Bertelsmann Stiftung. Sie wird jährlich herausgegeben und analysiert die Lage von Gründerinnen im deutschen Startup-Ökosystem. Dabei hebt die Studie die bestehenden Geschlechterungleichheiten hervor.
Hauptgründe für den Rückgang der Gründerinnen
Der Anteil der Gründerinnen im deutschen Start-up-Ökosystem ist erstmals gesunken und liegt aktuell bei 18,8 Prozent. Die Hauptgründe für diesen Rückgang sind vielfältig:
- Geschäftsmodelle: Frauen gründen häufig in den Bereichen Kleidung und Lebensmittel, die besonders von der aktuellen Konsumzurückhaltung betroffen sind.
- Traditionelle Rollenbilder: Gesellschaftliche Strukturen und tradierte Rollenbilder beeinflussen die Karrierepräferenzen von Frauen bereits früh. Frauen legen im Studium mehr Wert auf Arbeitsplatzsicherheit und entdecken das Unternehmertum oft erst später in ihrer Karriere.
- Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum: Die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum bleibt eine zentrale Hürde. Frauen sind oft stärker in die Care-Arbeit eingebunden, was ihre beruflichen Möglichkeiten einschränkt.
- Wahrnehmung des Gender Gaps: 87 Prozent der weiblichen Gründerinnen sehen den Gender Gap als Herausforderung, während nur 50 Prozent der männlichen Gründer dies ähnlich sehen. In gemischten Teams steigt das Bewusstsein der Männer für das Problem auf 64 Prozent.
Drei zentrale Erkenntnisse aus dem Female Founders Monitor 2025 verdeutlichen die Herausforderungen und Chancen: Nur 43 Prozent der Gründerinnen entscheiden sich bereits in ihrer Jugend oder im Studium für eine Gründung, während es bei den Männern rund zwei Drittel sind.
Die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum bleibt ein Schlüsselthema, das 81 Prozent der Gründerinnen und 60 Prozent der Gründer als größte Hürde für mehr Diversität sehen. Trotz eines Anstiegs der Investitionen in Start-ups mit mindestens einer Gründerin seit 2017 fließen weiterhin 91 Prozent des Kapitals an rein männliche Teams.
„Nur 19 Prozent Start-up-Gründerinnen in Deutschland.
– Female Founders Monitor 2025
Wir müssen handeln.“
Unterstützung für mehr Gründerinnen
Um den Anteil der Gründerinnen zu erhöhen, sind laut Female Founders Monitor 2025 gezielte Maßnahmen notwendig:
- Bildung und Vorbilder: Schulen und Hochschulen sollten Unternehmertum gezielt fördern und Vorbilder sichtbarer machen, um das Mindset für Gründungen frühzeitig zu verändern.
- Vereinbarkeit stärken: Strukturen schaffen, die Care-Arbeit gleich verteilen und Gründerinnen finanziell entlasten. Dazu gehören ein verlässliches Angebot an Ganztagesbetreuungsangeboten in Kitas und Grundschulen sowie flexiblere Elterngeldregeln.
- Kapitalzugang verbessern: Initiativen zur Förderung von Geschlechterdiversität in Fonds-Teams sind notwendig, um den Zugang zu Wagniskapital für Gründerinnen zu verbessern.
Trotz des niedrigen Anteils an Gründerinnen gibt es positive Entwicklungen:
- Wagniskapital: Die Anzahl der VC-Finanzierungen für Start-ups mit mindestens einer Gründerin hat sich seit 2017 fast verdoppelt, und das investierte Kapital hat sich fast vervierfacht.
- Wachstumsambitionen: Immer mehr Gründerinnen zeigen Wachstumsambitionen und streben einen Exit an. Der Anteil der Gründerinnen mit Exit-Ambitionen ist von 42 Prozent im Jahr 2020 auf 62 Prozent im Jahr 2023 gestiegen.
Female Founders Monitor 2025: Wie MV Gründerinnen stärken kann
Der Female Founders Monitor 2025 bietet wertvolle Einblicke in die Herausforderungen und Chancen für weibliche Gründerinnen in Deutschland. Diese Erkenntnisse sind auch für Mecklenburg-Vorpommern von großer Bedeutung.
Die Studie zeigt, dass Frauen oft später als Männer den Entschluss zur Gründung fassen. Bildungsprogramme und die Sichtbarkeit von weiblichen Vorbildern sollten gestärkt werden, um dies zu ändern. Schulen und Hochschulen können hier eine wichtige Rolle spielen.
Ein weiteres zentrales Thema ist die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum. Verbesserte Kinderbetreuungsangebote und flexiblere Arbeitsmodelle könnten mehr Frauen ermutigen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.
Auch der Zugang zu Kapital muss erleichtert werden. Spezielle Förderprogramme für Gründerinnen sind hier entscheidend.
Die Nutzung regionaler Netzwerke und Kooperationen kann ebenfalls helfen. Regelmäßige Netzwerktreffen und Events machen erfolgreiche Vorbilder sichtbar und ermutigen Frauen.
Zudem sollten die regionalen Vorteile, wie niedrige Lebenshaltungskosten und hohe Lebensqualität, betont werden, um mehr Frauen für die Gründung in Mecklenburg-Vorpommern zu gewinnen.
Insgesamt zeigt der Female Founders Monitor 2025, dass gezielte Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Vereinbarkeit und Kapitalzugang notwendig sind, um den Anteil der Gründerinnen zu erhöhen und die Gründungsszene in Mecklenburg-Vorpommern zu stärken.
Wie wird der Gendergap gemessen?
Der Female Founders Monitor 2025 hebt den Gender Gap im deutschen Start-up-Ökosystem deutlich hervor. Doch wie wird er gemessen? Der Gendergap wird durch verschiedene Indizes und Methoden gemessen, die unterschiedliche Aspekte der Geschlechterungleichheit berücksichtigen. Ein prominentes Beispiel ist der Global Gender Gap Index des Weltwirtschaftsforums. Dieser Index bewertet die Geschlechterparität in vier Schlüsselbereichen:
- Wirtschaftliche Teilhabe und Chancen: Unterschiede in der Erwerbsbeteiligung, im Einkommen und in der beruflichen Stellung.
- Bildung: Unterschiede im Zugang zu Bildung und in den Bildungsabschlüssen.
- Gesundheit und Überleben: Unterschiede in der Lebenserwartung und im Zugang zu Gesundheitsdiensten.
- Politische Teilhabe: Unterschiede in der politischen Repräsentation und im Zugang zu politischen Ämtern
Der Index verwendet eine Skala von 0 bis 100, wobei 100 bedeutet, dass die Geschlechterparität vollständig erreicht ist. Die Ergebnisse ermöglichen es, Fortschritte zu verfolgen und die effektivsten politischen Maßnahmen zur Schließung der Geschlechterlücken zu identifizieren.
In Deutschland bietet das Statistische Bundesamt mit dem Gender Gap Simulator ein Tool an, das politische Entscheidungsträger dabei unterstützt, die Ursachen von Verdienstungleichheiten zu analysieren und zu verstehen.
Mehr Gründerinnen fördern für eine innovative Zukunft
Der Female Founders Monitor 2025 macht deutlich, dass strukturelle Veränderungen notwendig sind, um den Anteil der Gründerinnen zu erhöhen und damit Innovation und wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Durch gezielte Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Vereinbarkeit und Kapitalzugang können mehr Frauen für das Unternehmertum begeistert und unterstützt werden.
Die Förderung von weiblichen Gründungen ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch eine strategische Entscheidung, um das volle wirtschaftliche Potenzial Deutschlands auszuschöpfen. Es liegt nun an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit mehr Frauen ihre unternehmerischen Ambitionen verwirklichen können.
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Leinen los in die Selbstständigkeit!
Nutze die Erkenntnisse aus dem Female Founders Monitor 2025, um deine Gründungsidee zu verwirklichen.