Der Exist‑Workshop in Rostock brachte am 7. und 8. Mai Gründungsnetzwerke aus ganz Deutschland zusammen, um über die Zukunft wissenschaftsbasierter Ausgründungen, neue Unterstützungsstrukturen und den Austausch im Gründungsökosystem zu diskutieren.
Organisiert von Exist in Zusammenarbeit mit der Universität Rostock und dem Zentrum für Entrepreneurship (ZfE), stand die Veranstaltung ganz im Zeichen von Vernetzung und Weiterentwicklung.
Hintergrund und Ziele des Exist‑Workshops
Unter dem Motto „New startup‑ecosystem in advance: Enabling structure and widening the horizon“ erwartete die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm mit acht thematischen Sessions, interaktiven Austauschformaten sowie einem parallel stattfindenden Market Garden.
Inhaltlich reichte das Spektrum von AI Nation über Female Founders bis hin zu Startup Germany goes Afrika – und machte deutlich, wie vielfältig und international Gründungsförderung heute gedacht wird.
Der Exist‑Workshop richtete sich an Gründungsnetzwerke, Hochschulen und Transferakteure und bot Raum für fachlichen Austausch, Peer‑Learning und Vernetzung innerhalb der Exist‑Community. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Hochschulen und Gründungsnetzwerke ihre Strukturen weiterentwickeln können, um Forschung wirksamer in erfolgreiche Start‑ups zu überführen.
Pre‑Event zum Exist‑Workshop: Austausch vor Ort – GründerMV war dabei
Ein besonderer Höhepunkt im Vorfeld des Workshops war das Pre‑Event am Mittwoch. Beim gemeinsamen Abend auf dem Wasser bot sich Raum für persönliche Gespräche, neue Kontakte und ehrlichen Austausch abseits klassischer Workshop‑Formate. Hier gingen die Teilnehmenden intensiv auf die Themen ein, die Gründungsakteure derzeit beschäftigen.
GründerMV nahm die genannten Impulse aus dem Panel mit Stimmen aus dem Ökosystem sowie aus Gesprächen mit Teilnehmenden, Gründungsnetzwerken und Akteur:innen des Innovationsökosystems mit.
In den Gesprächen kristallisierte sich unter anderem heraus: Die Ausgründung aus Hochschulen muss weiter und gezielter gefördert werden. Zwar entstehen an Hochschulen zahlreiche innovative Ideen und forschungsbasierte Ansätze, doch der Weg von der Idee hin zu einem marktfähigen Start‑up ist häufig noch unzureichend strukturiert. Es fehlen vielfach Mittel, strategische Begleitung und klare Prozesse, um Gründungsvorhaben konsequent in Richtung Kommerzialisierung zu führen.
Die „zweite erste Chance“ für Start‑ups
Ein weiterer zentraler Punkt aus dem Austausch beim Pre‑Event: Jedes Start‑up braucht eine echte „zweite erste Chance“. Eine Vielzahl an Gründungen starten mit überzeugenden Ideen, stellen aber im Markt-Feedback fest, dass Produkt oder Geschäftsmodell nicht tragen.
Statt frühzeitig zu scheitern, braucht es in solchen Phasen erfahrene Berater:innen und Mentor:innen, die sowohl betriebswirtschaftliches Know‑how als auch zwischenmenschliche Kompetenz mitbringen.
Mecklenburg‑Vorpommern weiter öffnen
Ein weiterer zentraler Punkt aus dem Panel: Mecklenburg‑Vorpommern muss sich weiter öffnen, um als Gründungsstandort nachhaltig attraktiv zu bleiben. Der intensive Austausch zwischen Gründungsnetzwerken, Hochschulen und Akteur:innen aus dem Innovationsökosystem zeigte, wie wichtig Vernetzung, langfristige Begleitung und mehr Sichtbarkeit sind.
Mehr Investoren, mehr spezialisierte Beratung und ein engerer Austausch untereinander können dazu beitragen, Hochschulausgründungen gezielt zu stärken und Potenziale besser zu heben.
Einordnung des Exist‑Workshops: Von der Forschung in den Markt
Im Exist‑Workshop selbst stand der fachliche Austausch darüber im Mittelpunkt, wie Unterstützungsstrukturen entlang der gesamten Start‑up‑Journey weiterentwickelt werden können – von der frühen Ideenphase über Validierung und Finanzierung bis hin zur Skalierung wissenschaftsbasierter Ausgründungen.
Dabei wurde deutlich, dass Exist‑Programme einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Gründungen aus der Wissenschaft leisten. Gleichzeitig braucht es eine noch stärkere Verzahnung von Forschung, Transferstellen, Wirtschaft und Investoren, um Potenziale langfristig zu sichern und Start‑ups widerstandsfähig aufzustellen.
Die Ideen sind da – jetzt gilt es, die Strukturen weiterzuentwickeln, damit aus Forschung nachhaltige Unternehmen entstehen.
Gründungen in MV im Blick behalten
Der Exist‑Workshop in Rostock zeigte, wie wichtig Austausch, Vernetzung und verlässliche Strukturen für erfolgreiche Hochschulausgründungen sind. Welche Themen, Programme und Akteur:innen die Gründungsszene in Mecklenburg‑Vorpommern aktuell bewegen, berichtet GründerMV regelmäßig.
Titelbild: Panel‑Diskussion beim Pre‑Event zum Exist‑Workshop in Rostock © Maximilian Bauer

