Ein grünes Start-up zeichnet sich dadurch aus, dass es innovative Lösungen für Umweltprobleme entwickelt und gleichzeitig wirtschaftlichen Erfolg erzielen will, ohne die Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu gefährden.
Welche Rolle spielen grüne Start-ups für die Wirtschaft?
Der Green Start-up Monitor zeigt, dass grüne Start-ups trotz schwieriger Marktlage und unsicherer Finanzierungsmöglichkeiten weiterhin eine wichtige Rolle bei der Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft spielen. Mehr als ein Fünftel aller Start-ups sind nachhaltige Unternehmen. Diese grünen Start-ups streben verstärkt nach schnellem Wachstum und hohen Marktanteilen.
Welche Ergebnisse hat Green Start-up Report erbracht?
Nachfolgend ein paar interessante Fakten:
- Die grüne Start-up-Community ist weiter gewachsen
Die absolute Zahl grüner Start-ups ist weiter gewachsen. Die Gesamtanzahl der in einem 10-Jahreszeitraum in Deutschland gegründeten grünen Start-ups ist von rund 4.400 Start-ups (Erfassungszeitraum 2015 – 2024) um 6 % auf knapp 4.700 grüne Start-ups (Erfassungszeitraum 2016 – 2025) gestiegen. Dies weist auf eine stabile grüne Start-up-Community hin.
Dieses fortgesetzte Wachstum ergibt sich allerdings nicht durch den Anstieg bei den Neugründungszahlen, sondern dadurch, dass ältere Gründungsjahrgänge mit noch geringer Start-up-Zahl aus der Betrachtung herausfallen und durch gründungsstärkere jüngere Jahre ersetzt werden.
- Diese Bundesländer sind grüne Hotspots in Deutschland
Grüne Start-ups sind stark auf wenige Bundesländer konzentriert. Berlin (19,7 %), Bayern (19,6 %) und Nordrhein-Westfalen (17,3 %) vereinen gemeinsam mehr als die Hälfte aller grünen Start-ups unter zehn Jahren auf sich.
Beim Anteil grüner Start-ups an allen Start-ups eines Bundeslandes ist Mecklenburg-Vorpommern mit 28 % weiterhin klarer Vorreiter. Auf den Plätzen folgen von Bremen (26 %), Brandenburg (19 %) und Schleswig-Holstein (19 %).
- Patente zeigen technologische Innovationsstärke grüner Start-ups
35 % der grünen Start-ups mit Investment verfügen über mindestens ein Patent. Damit liegt ihr Anteil deutlich über dem europäischen Durchschnitt investitionsfinanzierter Start-ups, bei denen rund 14 % eine Patentanmeldung aufweisen. Der hohe Patentanteil verdeutlicht die starke technologische Ausrichtung grüner Start-ups. Er unterstreicht ihre besondere Rolle als Treiber wissensintensiver, forschungsnaher und rechtlich geschützter Umweltinnovationen.
- Nachhaltige Gründungen besonders attraktiv für Investierende
Grüne Start-ups erhalten ihre erste externe Finanzierung deutlich früher als nicht-grüne Start-ups. Nach 30 Monaten hat mehr als jedes dritte grüne Start-up eine erste Finanzierungsrunde abgeschlossen, bei nicht grünen Start-ups nur etwa jedes vierte. Der zeitliche Vorteil grüner Start-ups unterstreicht ihre Attraktivität für Investierende (ein zentraler Befund aus dem Vorjahr (GSR 2025, S. 14).
- Grüne Start-ups setzen auf gemischte Teams
Mit 22 % ist der Anteil von Frauen in der Geschäftsführung der in 2025 gegründeten grünen Start-ups deutlich höher als in nicht-grünen Start-ups (16 %). Dieser signifikante Unterschiede hat bei grünen Start-ups „Tradition“. Der deutliche Unterschied war bereits in den zehn Jahrgängen davor zu beobachten. Nach der Gründung erhöht sich der Anteil weiter. So kommt es bei grünen Start-ups deutlich öfter als bei nicht-grünen Start-ups vor, dass zu Beginn rein männlich besetzte Geschäftsführungen nachträglich noch durch Frauen verstärkt werden.
Weniger Neugründungen
Seit zwei Jahren gehen die Neugründungen zurück. Die Trendumkehr bei den jährlichen Neugründungen zeigt sich in nahezu allen Bundesländern, besonders ausgeprägt in den Start-up-Hotspots Berlin und Bayern.
Dies ist nicht aber durch eine insgesamt sinkende Marktnachfrage erklärbar. Eher sind regulatorische Unsicherheiten, verschobene politische Aufmerksamkeit hin zu KI und Sicherheitsfragen und veränderte Investitionslogiken ursächlich. Gerade für kapitalintensive Modelle ist das ein echtes Thema.

