Women Entrepreneurship Monitor: Frauen gründen so aktiv wie nie

Der Women Entrepreneurship Monitor 2024/25 zeigt neue Rekordwerte für Gründerinnen in Deutschland. Was bedeutet das für Mecklenburg-Vorpommern – und welche Chancen sollten Gründerinnen jetzt nutzen?

Zuletzt aktualisiert: 18.12.2025
Hände, die ein Tablet bedienen, vor einem digitalen Netzwerk- und Globus-Hintergrund – Symbolbild für Technologie, Innovation und internationale Gründungstrends im Women Entrepreneurship Monitor 2024/25.

Der neue Women Entrepreneurship Monitor 2024/25 setzt ein starkes Zeichen: Frauen gründen in Deutschland so aktiv wie nie zuvor.

Der Women Entrepreneurship Monitor 2024/25 wurde vom RKW Kompetenzzentrum gemeinsam mit dem Johann Heinrich von Thünen-Institut veröffentlicht und basiert auf den Daten des Global Entrepreneurship Monitor (GEM)

Die Zahlen des Global Entrepreneurship Monitor (GEM), auf denen die Studie basiert, zeigen beeindruckende Rekordwerte bei Gründungsquote, Innovation und Nachhaltigkeit.

Gleichzeitig liefert der Bericht klare Hinweise darauf, welche Wachstumschancen für Gründerinnen – national und besonders in Mecklenburg-Vorpommern – jetzt entstehen.

Women Entrepreneurship Monitor:
Der Gendergap schrumpft spürbar

Die GEM-Gründungsquote der Frauen erreicht 2024 mit 8,5 Prozent ihren bisher höchsten Stand. Im Vergleich zu 2023 ist das ein Plus von 2,6 Prozentpunkten – und damit ein stärkerer Anstieg als bei Männern. Der Gendergap reduziert sich von 3,4  Prozent auf 2,5 Prozent.

Auch im internationalen Vergleich zeigt sich ein positiver Trend: In 20 von 31 Ländern mit hohem Einkommen ist der Abstand zwischen Männern und Frauen größer. In Norwegen beispielsweise beträgt er 7,6 Prozentpunkte. Deutschland liegt damit im vorderen Drittel.

GEM-Definition: Die Gründungsquote misst den Anteil der 18- bis 64-Jährigen, die in den letzten 3,5 Jahren gegründet haben oder aktuell gründen.

Women Entrepreneurship Monitor: Wohnort für Gründerinnen weniger entscheidend

Ein spannendes Ergebnis des Women Entrepreneurship Monitor 2024/25:
Der Wohnort macht für Frauen weniger Unterschied als für Männer.

  • Frauen: 5,4 Prozent (urban) vs. 4,3 Prozent (ländlich)
  • Männer: 9,5 Prozent (urban) vs. 6,5 Prozent (ländlich)

Die relative Differenz beträgt bei Frauen nur rund 20  Prozent, bei Männern dagegen etwa 30 Prozent.

Interpretation: Gründerinnen agieren ortsunabhängiger – ein starkes Signal für Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern.

KI: Männer sehen größere Bedeutung –
Chancen für Gründerinnen

Der Monitor zeigt ein klares Bild:

  • 45 Prozent der Gründer bewerten KI als „sehr wichtig“.
  • Bei Gründerinnen sind es 32 Prozent.

Hier besteht großes Potenzial, gezielt Tech- und KI-Kompetenzen bei Frauen zu stärken – ein wichtiges Zukunftsthema, gerade in ländlichen Räumen.

Nachhaltigkeit: Gründerinnen erwarten stärkere wirtschaftliche Effekte

Frauen sehen bei nachhaltigen Geschäftsmodellen besonders große Chancen:

  • Umsatzsteigerung: 63,4 Prozent (Frauen) vs. 49,3 Prozent (Männer)
  • Gewinnsteigerung: 62,8 Prozent vs. 42,5 Prozent
  • Neue Arbeitsplätze: 50 Prozent vs. 42,3 Prozent

Nur bei der potenziellen Kundenzahl liegen Männer vorne (69  Prozent vs. 59  Prozent).

Gründerinnen verbinden Nachhaltigkeit mit klaren ökonomischen Vorteilen – ein Plus für Zukunftsbranchen.

Women Entrepreneurship Monitor:
Was bedeutet das für MV?

Der Women Entrepreneurship Monitor zeigt mehrere Ansatzpunkte, die für MV besonders wertvoll sind:

1. Mentoring & Netzwerke stärken

Frauen profitieren stark von gezielter Unterstützung. MV kann mit regionalen Netzwerken, Gründerinnen-Formaten und Mentoring-Angeboten punkten.

2. Stadt-Land-Potenziale besser nutzen

Weil der Wohnort für Gründerinnen weniger entscheidend ist, bieten ländliche Räume echte Chancen – vorausgesetzt, Infrastruktur wie Co-Working, ÖPNV und digitaler Ausbau stimmt.

3. KI- und Tech-Kompetenzen fördern

Workshops, Programme und Weiterbildungen im Tech-Bereich können Gründerinnen in MV noch stärker machen.

4. Nachhaltige Geschäftsmodelle aktiv unterstützen

Da Frauen besonders starke ökonomische Effekte erwarten, sollten Förderprogramme nachhaltige Ideen gezielt adressieren.

Checkliste für Gründerinnen in MV:
Die Schritte für deinen Start

  1. Geschäftsidee schärfen
    • Welche Innovation steckt dahinter?
    • Was macht die Idee einzigartig?
  2. Finanzierung sichern
    • Regionale & bundesweite Förderprogramme prüfen (EXIST, Mikrokredite, Fonds).
    • Businessplan erstellen und Netzwerk für Investor:innen nutzen.
  3. Netzwerk aufbauen
    • Mentoring-Angebote nutzen.
    • Events, Gründungszentren und Frauen-Netzwerke besuchen.
  4. Tech-Kompetenzen stärken
    • KI und digitale Tools frühzeitig einplanen.
    • Weiterbildung fest einbauen.
  5. Nachhaltigkeit integrieren
    • Umweltaspekte in das Geschäftsmodell aufnehmen.
    • Potenzial klar kommunizieren (Umsatz, Gewinn, Jobs).
  6. Standortstrategie prüfen
    • Ländliche Räume als Chance sehen.
    • Co-Working, Förderangebote und digitale Infrastruktur nutzen.

Der Women Entrepreneurship Monitor 2024/25 ( hier zur Publikation) zeigt deutlich: Frauen gründen aktiver, innovativer und nachhaltiger als je zuvor. Für Mecklenburg-Vorpommern eröffnet das große Potenziale – von stabilen ländlichen Gründungen bis hin zu nachhaltigen Geschäftsmodellen und Tech-Businesses. Jetzt kommt es darauf an, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Gründerinnen in allen Regionen und Branchen erfolgreich durchstarten können.


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Titelbild: VTM via Canva