KfW-Gründungsmonitor 2026: Mehr Gründungen im Nebenerwerb

Der KfW‑Gründungsmonitor 2026 zeigt: Gründungen steigen, Nebenerwerb dominiert und junge Gründer prägen den Trend – Chancen und Entwicklungen im Überblick.

Zuletzt aktualisiert: 20.05.2026
KfW‑Gründungsmonitor 2026 Titelbild Studie Existenzgründung Deutschland

Der KfW‑Gründungsmonitor 2026 verdeutlicht: Die Gründungstätigkeit in Deutschland zieht wieder deutlich an – verändert sich jedoch grundlegend in ihrer Struktur.

Immer mehr Menschen starten in die Selbstständigkeit, meist im Nebenerwerb, während die Gründerszene insgesamt jünger und digitaler wird. Welche Trends den Markt aktuell prägen und welche Chancen sich daraus ergeben, zeigt ein genauer Blick auf die aktuellen Zahlen.

KfW‑Gründungsmonitor 2026: Gründungszahlen steigen wieder deutlich

Die aktuelle Analyse der KfW zeigt eine klare Entwicklung nach oben:

  • Rund 690.000 Existenzgründungen im Jahr 2025
  • Deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr
  • Gründungsintensität steigt auf 136 je 10.000 Erwerbsfähige

Gleichzeitig bleibt die Gründungstätigkeit im langfristigen Vergleich auf einem moderaten Niveau. Die KfW‑Gründungsstudie macht deutlich: Trotz positiver Entwicklung wird das vorhandene Gründungspotenzial in Deutschland weiterhin nicht vollständig ausgeschöpft.

Nebenerwerb wird zum dominierenden Modell

Der wichtigste strukturelle Trend: Gründungen verlagern sich zunehmend in den Nebenerwerb.

  • Rund 70 Prozent aller Gründungen erfolgen nebenberuflich
  • Etwa 483.000 Nebenerwerbsgründungen stehen rund 206.000 Vollerwerbsgründungen gegenüber
  • 86 Prozent der Gründungen sind Solo‑Selbstständige

Damit verändert sich das Bild des klassischen Unternehmertums deutlich. Viele Gründerinnen und Gründer entscheiden sich bewusst für einen risikoarmen Einstieg mit paralleler Beschäftigung.

Der Nebenerwerb ist längst nicht mehr nur Übergangsmodell, sondern fester Bestandteil moderner Erwerbsformen.

KfW‑Gründungsmonitor 2026: Gründerszene wird jünger

Ein weiterer zentraler Befund des KfW‑Gründungsmonitor 2026:
Die Gründerszene verjüngt sich.

  • Rund 40 Prozent der Gründer sind unter 30 Jahre alt
  • Durchschnittsalter liegt bei etwa 34 Jahren
  • Vielzahl startet bereits während oder direkt nach dem Studium

Junge Menschen treiben damit die Entwicklung besonders stark voran – vor allem in digital geprägten Geschäftsbereichen.

Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle

Der Monitor zeigt zudem, dass sich die Art des Gründens verändert:

  • Digitale Geschäftsmodelle gewinnen weiter an Bedeutung
  • Plattformlösungen und Online‑Services nehmen zu
  • Viele Gründende verstehen sich als Teil der Start-up‑Struktur

Die Digitalisierung macht Gründungen flexibler, skalierbarer und weniger standortabhängig.

Bürokratie bleibt zentrales Hindernis

Trotz positiver Entwicklung berichten viele Gründerinnen und Gründer von strukturellen Hürden:

  • Hoher administrativer Aufwand
  • Komplexe gesetzliche Anforderungen
  • Zeitintensive Prozesse

Bürokratie zählt laut KfW weiterhin zu den größten Herausforderungen im Gründungsprozess.

Weniger Arbeitgebergründungen

Ein weiterer wichtiger Punkt:

  • Nur rund 24 Prozent der Gründungen schaffen Arbeitsplätze

Das unterstreicht den Trend zu kleineren, oft solo geführten Geschäftsmodellen. Wachstum und Beschäftigung entstehen seltener direkt mit der Gründung, sondern erst in späteren Phasen.

Ausblick: Stabile Entwicklung mit Potenzial

Für die kommenden Jahre erwartet die KfW:

  • eine stabile Gründungsentwicklung
  • leichte Wachstumsperspektiven
  • weiterhin hohe Bedeutung des Nebenerwerbs

Die Dynamik bleibt dabei stark von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und politischen Maßnahmen abhängig.

Was die Studie für Mecklenburg‑Vorpommern bedeutet

Die Ergebnisse des KfW‑Gründungsmonitor 2026 lassen sich klar auf Mecklenburg‑Vorpommern übertragen.

Nebenerwerb als Chance

Der Trend zum nebenberuflichen Gründen bietet gerade in ländlich geprägten Regionen neue Einstiegsmöglichkeiten:

  • geringeres Risiko
  • flexible Entwicklung von Geschäftsideen
  • bessere Vereinbarkeit mit bestehenden Jobs

Digitalisierung als Standortvorteil

Digitale Geschäftsmodelle ermöglichen es, auch außerhalb großer Städte erfolgreich zu gründen.

Für Mecklenburg‑Vorpommern bedeutet das:
Der Standort wird weniger zum limitierenden Faktor – entscheidend ist die Idee.

Junge Gründer gezielt fördern

Da immer mehr junge Menschen gründen, gewinnen Hochschulen und Bildungsinstitutionen weiter an Bedeutung.

Hier liegt großes Potenzial, um Talente im Land zu halten und Innovation zu fördern.

Bürokratie abbauen, Chancen stärken

Die im Monitor identifizierten Hürden betreffen kleinere und nebenberufliche Gründungen besonders stark.

Einfachere Prozesse könnten gerade in Regionen wie MV zusätzliche Gründungsimpulse freisetzen.

Fazit

Der KfW‑Gründungsmonitor 2026 zeigt eine klare Entwicklung:

  • Gründungszahlen steigen wieder
  • Nebenerwerb wird zum Standard
  • Gründer werden jünger und digitaler
  • Bürokratie bleibt ein zentraler Bremsfaktor

Die wichtigste Erkenntnis:


Gründen in Deutschland ist heute flexibler denn je – aber strukturelle Herausforderungen bleiben bestehen.

Für Gründerinnen und Gründer bedeutet das:
Der Einstieg ist leichter möglich, besonders neben dem Job – aber strategische Planung und Durchhaltevermögen bleiben entscheidend.

Den vollständigen Bericht des KfW‑Gründungsmonitor 2026 findest du hier.

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