
Eine aktuelle Untersuchung der KfW zeigt einen positiven Zusammenhang zwischen dem Einsatz von KI und verschiedenen Kennzahlen der Unternehmensentwicklung.
Die KfW hat Unternehmen mit und ohne KI-Nutzung miteinander verglichen und dabei weitere wichtige Einflussfaktoren auf die Unternehmensentwicklung berücksichtigt.
Im Untersuchungszeitraum erzielten Unternehmen, die KI einsetzen, im Durchschnitt ein um 1,1 Prozentpunkte höheres Umsatzwachstum als vergleichbare Unternehmen ohne KI.
Auch bei der Umsatzrendite zeigt sich ein Unterschied: KI-nutzende Unternehmen erreichten im Durchschnitt eine um 0,9 Prozentpunkte höhere Umsatzrendite.
Besonders deutlich fällt der Zusammenhang aber bei der Arbeitsproduktivität aus. Sie lag bei Unternehmen mit KI-Nutzung durchschnittlich um 7.600 Euro je Vollzeitbeschäftigten beziehungsweise rund 3,4 Prozent höher.
KI ist kein Erfolgsgarant
Die Ergebnisse bedeuten allerdings nicht, dass der Einsatz von KI automatisch zu mehr Umsatz oder höheren Gewinnen führt. Die KfW berücksichtigt bei ihrer Untersuchung weitere Faktoren, die die Unternehmensperformance beeinflussen.
Zudem zeigt sich der positive Zusammenhang nicht bei allen Unternehmen gleichermaßen. Beim Umsatzwachstum und bei der Rentabilität betrifft er stärker Unternehmen, die bereits zuvor gewachsen waren oder eine hohe Rendite erzielten. Bei der Arbeitsproduktivität zeigt sich der Zusammenhang dagegen bei einer breiteren Gruppe von KI-Nutzern.
Hinzu kommt, dass die Ergebnisse als „Momentaufnahme“ zu verstehen sind. Da viele Unternehmen erst seit kurzer Zeit KI einsetzen, könnten sich die Auswirkungen auf Produktivität, Wachstum und Rentabilität erst mit zunehmender Erfahrung deutlicher zeigen.
Was bedeutet KI-Nutzung für Gründer:innen und junge Unternehmen?
Auch, wenn du (noch) Einzelkämpfer:in bist oder (zunächst) ein Kleinstunternehmen gegründet hast:
Für dich ist es besonders sinnvoll, frühzeitig zu prüfen, wo KI-Anwendungen einen konkreten Nutzen bringen können.
Beispiele reichen von der automatisierten Bearbeitung von Routineaufgaben über die Analyse von Daten bis zur Unterstützung bei Marketing, Kundenservice oder Produktentwicklung.
Dabei kommt es nicht allein auf die eingesetzte Technologie an. Die KfW hebt auch Digitalisierungswissen, eine geeignete digitale Infrastruktur und qualifizierte Beschäftigte als wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche KI-Integration hervor.
Vor allem geht es nicht darum, möglichst viele KI-Anwendungen einzusetzen. Entscheidend ist der Nutzen für dein eigenes Geschäftsmodell. Jede Anwendung muss zu den konkreten Aufgaben im Unternehmen passen.
Mögliche Einsatzbereiche sind beispielsweise:
- Routineaufgaben: Texte zusammenfassen, Informationen strukturieren oder Standardprozesse unterstützen
- Marketing: Inhalte erstellen, Zielgruppen analysieren oder Ideen entwickeln
- Kundenservice: Anfragen vorsortieren und wiederkehrende Fragen beantworten
- Datenanalyse: größere Datenmengen auswerten und Zusammenhänge erkennen
- Produktentwicklung: Ideen entwickeln, Konzepte prüfen oder erste Prototypen unterstützen
Tipp
Wie der Einsatz von KI konkret aussehen könnte und was es für Möglichkeiten gibt, kannst du in unserem Beitrag „KI-Tools nutzen, um dein Unternehmen erfolgreich(er) zu machen“ nachlesen.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat aktuell ein Förderprogramm aufgelegt, mit dem die Einführung von KI in Unternehmen unterstützt wird. Dazu findet du mehr Informationen in unserem Beitrag „Förderprogramm zur Einführung von KI in gewerblichen KMU„.
Barbara Behr






